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Verbraucher zahlen häufig den Höchstpreis

Die Regulierung der Preise für Auslandstelefonate hat kaum ein Anbieter zum Anlass genommen, sich mit neuen, innovativen Preissmodellen von der Konkurrenz abzugrenzen. Statt dessen verlangen die meisten den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstbetrag. Durch eine verlängerte Taktung wird den Kunden sogar noch mehr berechnet, als sie eigentlich telefonieren.

Seit der Regulierung der Preise für Telefonate im Ausland ist kaum Bewegung in den europäischen Binnenmarkt gekommen. Fast alle Mobilfunkkunden müssen den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstpreis bezahlen. Auch die Preise für bislang unregulierte Dienste wie SMS sinken kaum bis gar nicht. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle EU-Bericht der Aufsichtsbehörden.

In zwei Dritteln der 27 EU-Staaten orientieren sich die Mobilfunkanbieter bei der Preisgestaltung mehr oder weniger genau an der Obergrenze von derzeit 49 Cent plus Mehrwertsteuer für gewählte Verbindungen und 24 Cent für angenommene Gespräche. Die Vorschriften werden somit eingehalten aber die Preisgrenze nur selten deutlich unterboten.

Mit einem Trick berechnen die Anbieter den Kunden oft sogar mehr für deren Gespräche, als diese eigentlich kosten. Obwohl die Branche untereinander im Sekundentakt abrechnet, zahlt der Kunde häufig deutlich längere Taktzeiten bis hin zu einer Minute. Dadurch können die Anbieter den Nutzern laut Bericht im Durchschnitt 24 Prozent mehr Minuten in Rechnung stellen, als diese tatsächlich vertelefonieren.

Die Preisregulierung für Gespräche im Ausland trat im Sommer 2007 in Kraft. Die Europäische Union verpflichtete die Mobilfunkanbieter, ihre Preise deutlich zu senken. Anfangs lagen die Gebühren in Deutschland inklusive Mehrwertsteuer bei 58 Cent für aus dem Ausland gewählte Verbindungen und bei 28 Cent für angenommene Gespräche. Wie von der EU verordnet, sinken sie jährlich um 3 Cent.

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