EU-Regulierungsbehörde

Google soll neue Datenschutzerklärung auf Eis legen

Freitag, 03.02.2012 | 18:02 von Denise Bergert
Um eine Prüfung der Nutzerrechte durchführen zu können, fordert die EU Google auf, seine neue Datenschutzerklärung vorerst auf Eis zu legen.
Vor wenigen Tagen hatte Google eine neue Datenschutzerklärung vorgestellt, die alle Google-Dienste unter einem Dach vereint und für Nutzer durch 85 Prozent weniger Text leichter verständlich sein soll. Anstatt 60 einzelner Richtlinien, besteht die Erklärung nur noch aus einem Dokument, das Services wie YouTube oder Google Mail umfasst. Der Vorteil für Google: Der Konzern kann umfassendere Nutzer-Profile erstellen und diese unter anderem für personalisierte Werbe-Einblendungen nutzen.

Die so genannte Article 29 Working Party, eine unabhängige EU-Regulierungsbehörde, die sich aus Datenschutzbeauftragten aller 27 Mitgliedsländer zusammensetzt, hat Google heute aufgefordert, die Einführung der neuen Datenschutzerklärung vorerst auf Eis zu legen. Die Europäische Union wolle Googles Vorhaben erst genauer unter die Lupe nehmen und prüfen, ob die Nutzerrechte auch mit der neuen Erklärung gewahrt bleiben, bevor die Bestimmungen am 1. März 2012 in Kraft treten.

Google zeigt sich von der Aufforderung überrascht. Laut dem Google-Specher Al Verney habe man die Einzelheiten der Datenschutzerklärung bereits im Vorfeld mit mehreren Mitgliedern der Regulierungsbehörde besprochen. Laut dem Suchmaschinen-Riesen habe man nicht die Absicht, die Einführung der neuen Richtlinien zu verzögern. Dieses Vorgehen würde Google-Nutzer nur verunsichern. Es bleibt abzuwarten, ob die EU in Reaktion auf Googles Abfuhr nun schärfere Töne anschlagen wird.

Freitag, 03.02.2012 | 18:02 von Denise Bergert
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