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EU-Kommission warnt vor gefälschten Arzneimitteln im Internet

27.03.2006 | 17:15 Uhr |

Die Europäische Kommission warnt vor Fälschungen des Arzneimittels „Rimonabant“, die derzeit über mehrere Internetadressen verkauft werden.

"Rimonabant" wurde von Sanofi Aventis für die Behandlung von Fettleibigkeit und den damit zusammenhängenden Risikofaktoren sowie für die Raucherentwöhnung entwickelt. Das Medikament wird zur Zeit noch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) geprüft. Die Zulassung für dieses Produkt wird von der Europäischen Kommission erst erteilt, wenn die Anforderungen an die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit vom wissenschaftlichen Ausschuss der EMEA als zufrieden stellend bewertet werden. Diese Zulassung wurde jedoch noch nicht erteilt.

Nach erfolgter Zulassung beabsichtigt Sanofi Aventis, "Rimonabant" unter der Bezeichnung "Acomplia" zu vermarkten. Patienten, die nicht zugelassene und nachgeahmte oder illegale Kopien von "Rimonabant" kaufen, gefährden möglicherweise ihre Gesundheit.

Immer öfters tauchen im Internet Fälschungen von Medikamenten auf. Nach einer vor kurzem durchgeführten Untersuchung durch die Mitgliedstaaten wurden 170 gefälschte Arzneimittel entdeckt, die während der letzten fünf Jahre über illegale Vertriebskanäle angeboten wurden. Häufig wurde dieser illegale Handel über das Internet abgewickelt, wie die Kommission betont.

Unter den nachgewiesenen Fällen spielten "Lifestyle-Medikamente", Wachstumshormone zum Muskelaufbau und Schlafmittel sowie Arzneimitteln zur Behandlung von Erektionsproblemen wie Viagra eine besondere Rolle. Vogelgrippe sei Dank: Auch das Grippe-Mittel Tamiflu kursiert als Fälschung im Internet. Unter den Arzneimittelfälschungen finden sich Produkte, die keinen oder den falschen medizinischen Wirkstoff enthalten.

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