Windows 7 E
Update : Opera & EU-Kommission reagieren kritisch auf Microsoft-Ankündigung
Microsofts Entscheidung, Windows 7 ohne den Internet Explorer auszuliefern, reicht Opera Software nicht aus. Jon von Tetzchner, Chef der norwegischen Browser-Schmiede, kritisierte in einem Gespräch mit unserer US-Schwesterpublikation PC-WORLD, dass Microsoft mit seiner Entscheidung versuche, Tatsachen zu schaffen, ehe die Europäische Kommission entschieden hat.
Opera hatte im Jahre 2007 bei der Europäischen Kommission eine Beschwerde gegen Microsoft wegen der Bündelung von Betriebssystem und Browser eingereicht. Derzeit ist sind die Wettbewerbsbehörden damit beschäftigt festzulegen, wie Microsoft sein Verhalten ändern muss. Eine Möglichkeit wäre Microsoft zu zwingen, eine Auswahl von Browsern mit seinem Betriebssystem auszuliefern, aus denen der Anwender wählen kann.
Von Tetzchner ist der Ansicht, dass die Entscheidung der Wettbewerbshüter um sich wichtiger geworden ist, nachdem Microsoft seine Pläne bekannt gegeben habe, den Internet Explorer aus dem Betriebssystem zu entfernen. Von Tetzchner wird Microsoft vor zu versuchen, dass Windows-Media-Player-Prinzip nun mit dem Internet Explorer zu wiederholen. "Wir alle wissen, dass dies nicht funktioniert hatte", sagte Von Tetzchner.
Microsoft war 2004 verpflichtet worden, in Europa ein Windows ohne Windows Media Player auf den Markt zu bringen. Die Wettbewerbshüter hatten damals aber nicht geregelt, zu welchem Preis diese von Microsoft auf "N"-Edition getaufte Windows-Fassung auf den Markt kommen muss. Microsoft bot das Windows ohne Media Player daher zum gleichen Preis wie die normale Windows-Fassung an. Das sorgte dafür, dass niemand ein Interesse an der "N"-Edition hatte.
Im Falle der Browser-Diskussion will die EU-Kommission nicht erneut den Fehler machen. Dementsprechend erwartet Von Tetzchner in diesem Fall auch ein effektives "Heilmittel für den Browser-Markt". Er fügte hinzu, dass Microsoft nunmehr anerkannt habe, dass es die Gesetze gebrochen habe, in dem es Windows mit dem Internet Explorer gebündelt habe.
Von Tetzchner erwartet nun, dass die EU-Kommission schneller in diesem Fall entscheidet, nachdem Microsoft die "E"-Edition von Windows 7 für Europa angekündigt hat. Ursprünglich sollte eine Entscheidung gegen Ende des Jahres gefällt werden.
Die EU hat ebenfalls bereits eine Stellungnahme zur Microsoft-Ankündigung veröffentlicht. Man habe mit Interesse von den Plänen gehört, heißt es in der Stellungnahme. Positiv gewertet wird Microsofts Angebot, es den PC-Herstellern künftig zu vereinfachen, einen beliebigen Browser mit dem Windows-Rechner auszuliefern. Zugleich wiederholt die EU-Kommission ihre Forderung, dass Microsoft den Konsumenten eine größere Auswahl bei den Browsern anbieten soll. Stattdessen wolle Microsoft nun aber Windows ohne einen Browser ausliefern und somit den Konsumenten eine noch geringere Auswahl anbieten, als bisher.
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