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EU: Internet deutlich zu teuer

Nach Meinung der EU-Kommission sind die Preise für Internet-

Nach Meinung der EU-Kommission sind die Preise für Internet-Leitungen in Europa erheblich zu teuer. Im Vergleich zu den USA kosten Inlandsverbindungen in Europa das Vierfache, Leitungen über Landesgrenzen hinweg sogar bis zum 16-fachen.

"Die hohen Preise für Leitungsmieten sind schädlich für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Firmen und behindert die Verbreitung des Internets in Europa", meint Kommissar Erkki Liikanen. Die Kommission hat nun Richtlinien für die Preise von Internet-Verbindungen herausgegeben. Danach soll eine 2-MBit-Leitung nicht mehr als 350 Euro im Monat kosten, eine 34-MBit-Leitung nicht mehr als 2600 Euro. Ausschlaggebend für die Festlegung der Preise war nicht der europäische Durchschnitt, sondern die billigsten Leitungspreise in Europa, wie sie in Dänemark, Finnland und Schweden gelten.

Die Empfehlung der Kommission hat selbst keine Gesetzeskraft, ist aber trotzdem nicht ohne Wirkung. Wie bei den Interconnect-Gebühren der Telefonleitungen zeigt die Empfehlung, was die Kommission als fairen Wettbewerb ansieht. Wer sich nicht nach der Empfehlung richtet und keine sehr gute Begründung für höhere Preise hat, läuft Gefahr, sich einer Untersuchung durch die Kartellbehörden auszusetzen.

Wenn die Empfehlung der Kommission ähnliche Wirkung hat wie beim Telefon, dürfen sich also Surfer in Europa zumindest mittelfristig über sinkende Preise freuen (PC-WELT, Brüssel, 26.11.99).

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