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EU-Datenschützer: Offener Brief an Facebook und WhatsApp

01.11.2016 | 16:08 Uhr |

Die Artikel-29-Datenschutzgruppe der EU prangert in einem offenen Brief die Datenschutzpolitik von Facebook und WhatsApp an.

Die Artikel-29-Datenschutzgruppe der Europäischen Union hat in dieser Woche einen offenen Brief an Facebook und WhatsApp veröffentlicht. In dem Schreiben kritisieren die Datenschützer den Umstand, dass WhatsApp- und Facebook-Nutzer nicht genügend Einfluss darauf hätten, was mit ihren privaten Daten geschieht. In dem Brief wird außerdem die vorübergehende Einstellung der Datenweitergabe von WhatsApp an Facebook gefordert.

Im Rahmen der Übernahme von WhatsApp durch Facebook hätten beide Unternehmen damals außerdem versprochen, niemals Nutzerdaten untereinander auszutauschen. Dieses Versprechen würde nun mit den neuen Nutzungsbedingungen gebrochen. Darin heißt es unter anderem, dass die Daten der WhatsApp-Nutzer innerhalb der „Familie der Facebook-Unternehmen“ für Werbezwecke genutzt werden.

Die Artikel-29-Datenschutzgruppe fordert von Facebook und WhatsApp die Bereitstellung von Informationen. Die Datenschützer wollen unter anderem wissen, woher die Nutzerdaten stammen und welche Nutzerdaten an Facebook übermittelt werden. WhatsApp soll außerdem offenlegen, wer Zugriff auf die Daten erhält und welche Auswirkungen der Austausch auf die Nutzer hat.

Die Artikel-29-Datenschutzgruppe setzt sich aus Datenschützern einzelner EU-Mitgliedsstaaten zusammen. Die Gruppe hat eine beratende Funktion für die EU. Vor wenigen Wochen wurde ein Ausschuss eingesetzt, der sich speziell mit Facebook und WhatsApp sowie Yahoo befasst. Marissa Mayers Internetkonzern soll den Verlust von 500 Millionen Kundendaten und das Scannen von Kunden-E-Mails durch den US-Geheimdienst erklären. Anfang des Monats ist das nächste Treffen des Ausschusses angesetzt. Dabei wird unter anderem über mögliche Maßnahmen gegen die beiden Unternehmen beraten.

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