2230344

ESA-Marssonde: Schiaparelli durch Computerfehler abgestürzt?

26.10.2016 | 16:43 Uhr |

Für den Absturz der Marssonde Schiaparelli könnte ein Computerfehler verantwortlich gewesen sein.

Vor wenigen Tagen missglückte die geplante Marslandung der von der ESA und Roskosmos finanzierten Sonde Schiaparelli. Fotos von der Oberfläche belegen, dass die Sonde wahrscheinlich mit der Oberfläche des Planeten kollidiert ist. Nun beschäftigen sich Forscher der ESA mit den möglichen Ursachen des Crashs.

Die Fehlersuche ist besonders wichtig, da die europäische Raumfahrtorganisation bereits 2020 eine deutlich größere Mission zum Mars plant, bei der ein Rover bis zu zwei Meter tief im Boden Proben nehmen soll, um Spuren von primitiven Lebensformen aufzuspüren.

Während des Absinkens auf die Marsoberfläche sendete Schiaparelli laut ESA noch fleißig Daten an das Mutterschiff im Orbit des Planeten. Auch das Öffnen des Fallschirms hat offenbar noch geklappt. Nur eine Minute vor der Landung kam es jedoch zum Desaster: Das Hitzeschild sowie der Fallschirm lösten sich zu schnell von der Sonde. Die Bremstriebwerke liefen nur drei Sekunden, eigentlich sollten sie die Sonde 30 Sekunden lang abbremsen.

Dadurch stürzte die Sonde aus einer Höhe von zwei bis vier Kilometern mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde auf die Marsoberfläche. Laut ersten Analysten war ein Softwarefehler für den Absturz verantwortlich. Die Daten der Sensoren wären laut ESA falsch ausgelesen worden. Sowohl Recheneinheiten als auch die Software und Sensoren sollen bei der für 2020 geplanten Mission erneut zum Einsatz kommen. Daher ist die Fehlersuche für die Forscher so wichtig. Mit Simulationen will die ESA dem konkreten Fehler nun auf die Schliche kommen. Im schlimmsten Fall muss die geplante Landung um zwei Jahre auf das Jahr 2022 verschoben werden.

Blue Origin will Touristen ab 2018 in den Weltraum bringen

0 Kommentare zu diesem Artikel
2230344