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EQO: Skype kommt aufs Java-Handy - umständlich aber praktisch

Wer den beliebten Messaging und VoIP-Dienst Skype auf seinem Handy nutzen wollte, sah bislang - abgesehen von einigen proprietären Clients - ziemlich alt aus. EQO verspricht nun Abhilfe mit einer entsprechenden Java-Software. Der Betrieb der Lösung erfordert aber einen ständig erreichbaren Internet-PC.

Wer sich vollständig auf den VoIP- und Instant Messaging-Dienst Skype einlässt, bekommt moderne Echtzeit- und in vielen Fällen kostenlose bzw. kostengünstige Sprachkommunikation via VoIP geboten. Bislang ist Skype nur für Desktop-PCs und Windows Mobile 2003/5.0-basierte PDA-Smartphones verfügbar. Das amerikanische Unternehmen EQO Communications Inc. testet nun einen entsprechenden Java-Client für Mobiltelefone.

Ohne Fallstricke und Hindernisse lässt sich Skype leider nicht aufs Standard-Handy bringen. Um den Dienst nutzen zu können, benötigt der Skype-User einen PC, der eine permanente Internetverbindung hält und auf dem die aktuelle Skype-Software läuft.

Anschließend installiert man den als kostenlosen Download erhältlichen EQO-Client auf dem Computer und registriert sich als EQO-Nutzer mit seiner Handynummer, dem Handy-Modell und seinem Netzbetreiber. Daraufhin bekommt man eine Bestätigungs-SMS aufs Handy, die man dem PC-Client beibringt und erhält einen Download-Link für den entsprechenden Java-Client fürs Handy.

Damit das System funktioniert, muss der heimische PC stets online sein. Über das Handy hat man Zugriff auf seine Skype-Kontakte und kann deren Verfügbarkeit erfragen. Über den Client lassen sich VoiceCalls mit Kontakten initiieren: die Kommunikation verläuft hierbei aber nicht über ein Datenprotokoll wie GPRS, WLAN oder UMTS, sondern über die herkömmliche GSM-Sprachinfrastruktur. Zuerst verbindet sich das Handy via GPRS mit dem heimischen PC und weist diesen an, den Sprachanruf über das IP-Netzwerk aufzunehmen. Skypes eigener SkypeOut-Dienst ruft das Handy zurück und vermittelt das VoIP-Gespräch vom PC aufs GSM-Netz.

Gleiches funktioniert auch bei eingehenden Anrufen: ruft einer der Skype-Kontakte auf dem PC an, wird man hierüber via GPRS auf seinem Java-Handy informiert. Akzeptiert man das Gespräch, wird man kurzfristig von SkypeOut angerufen und das Gespräch übers SkypeOut-Gateway hergestellt.

Die zugegebenermaßen etwas umständliche Lösung dürfte sich in erster Linie dann als hilfreich erweisen, wenn man vom Handy Auslandsgespräche führen möchte: hier fallen nur die üblichen SkypeOut-Gebühren an, die Skype für die Vermittlung ins Handy- oder Festnetz des jeweiligen Landes veranschlagt.

EQO plant die Portierung dieser Weiterleitungsdienstleistung auch für andere Internettelefonieanbieter wie MSN, Yahoo! oder AOL. Bislang unterstützt die Clientsoftware etwa 40 Java-Handys bekannter Hersteller.

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