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TV-Browser nimmt 16 Sender aus dem Programm

17.12.2007 | 11:58 Uhr |

Die digitale Fernsehzeitschrift TV-Browser muss zum Ende des Jahres einen herben Rückschlag einstecken. Nachdem das kostenlose und plattformunabhängige Programm bisher mit über 170 Sendern glänzen konnte, nimmt es ab dem 1. Januar 2008 EPG-Daten von 16 Sendern aus dem Angebot. Darunter RTL (II), ProSieben, Sat.1 und VOX.

Die VG Media , eine Gesellschaft für Verwertung und Leistungsschutzrechte von Medienunternehmen, erhebt ab dem 1. Januar 2008 für alle durch sie vertretenden Sender eine Nutzungsgebühr für die elektronischen Daten. Die Programmführer (EPG) können dann nur noch kostenpflichtig eingesetzt werden.

Für den Abruf eines EPG ausschließlich auf Internetseiten verlangt die VG Media demnächst 0,0002 Euro pro Seitenabruf, jährlich mindestens 2000 Euro, wie im Vergütungssatz zu lesen ist (PDF-Datei).

Vergütungspflichtig sind alle Seitenabrufe, die nach den Richtlinien für Online-Angebote der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern der Kategorie "Entertainment & Lifestyle" zugeordnet werden. Unter den betroffenen Sendern sind unter anderem RTL (II), 9Live, ProSieben, N-TV, Sat.1, VOX, Kabel 1, DSF sowie die Musiksender MTV und VIVA .

"Die bei unseren Nutzerzahlen recht hohe Gebühr können wir nicht aufbringen, wir wollen dies auch nicht", heißt es seitens TV-Browser der Webseite und weiter: "Wir sind nicht bereit, für diese Daten Geld zu zahlen, da wir diese als Werbung für die TV-Sender ansehen und wir mit diesen Daten selbst kein Geld einnehmen. Der TV-Browser bleibt kostenlos."

Momentan sucht TV-Browser nach einer Lösung, um zumindest die Highlights der Sender angeben zu können. Zudem arbeitet das Open-Source Projekt daran, einen Verein zu gründen, um eine offizielle Bestätigung der Gemeinnützigkeit zu erhalten.

Da das Projekt keinerlei kommerzielle Interessen verfolgt, möchten Sie die Daten auch weiterhin für Ihre Nutzer kostenlos zur Verfügung stellen.

Deshalb haben Sie eine Unterschriftenaktion gestartet , in der die Nutzer gegen die Gebühren protestieren können.

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