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DRM für Flash-Videos geplant

20.02.2008 | 15:31 Uhr |

Das Flash-Videoformat FLV erfreut sich nicht zuletzt dank Youtube und andere Videoportale einer enormen Beliebtheit. Ist ein Inhalt als Flash-Video irgendwo im Netz veröffentlicht worden, dann lässt er sich beliebig verbreiten, weil jegliche Art von Kopierschutz fehlt. Das soll sich aber in Zukunft ändern. Die US-Verbraucherschutzorganisation EFF warnt bereits jetzt vor der Einführung eines DRM-Schutzes für Flash-Videos und den Folgen.

Wie die US-Verbraucherschutzorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) meldet, plant Adobe sowohl im Flash Player 9 als auch in der Flash Media Server-Software DRM-Restriktionen zu integrieren. Demnach sollen die Applikationen künftig ein proprietäres und verschlüsseltes Adobe-Protokoll nutzen, um miteinander zu kommunizieren.

"Wir glauben, dass auch Adobe weiß, dass diese Maßnahme, wie in allen anderen Fällen von DRM-Systemen, nicht die Verstöße gegen das Urheberrecht stoppen wird. Aber die Macht der Verschlüsselung wird Adobe und deren Kunden ein mächtiges neues Werkzeug gegen Wettbewerber und die einfachen Anwender bieten, um mittels des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) gegen sie vorzugehen", warnt die EFF.

Die Organisation weist darauf hin, dass das DMCA dem Rechteinhaber quasi eine Blankovollmacht gibt, um gegen Tools vorzugehen, die bei der Umgehung eines DRM-Systems helfen. Bisher sind Tools nicht zu beanstanden, mit denen Flash-Videos, die unverschlüsselt auf einer Website verbreitet werden, heruntergeladen, bearbeitet oder verändert werden können. Das könnte sich aber ändern, sobald ein DRM-System eingeführt wird. "Adobe oder deren Kunden, die Flash Media Server 3 nutzen, könnten gegen User vorgehen, die die Verschlüsselung knacken, ohne beweisen zu müssen, dass sie gegen Urheberrechte verstoßen", so die Verbraucherschützer und fügen hinzu, dass nicht unbedingt die Anwender direkt attackiert werden müssten, sondern Enwickler, die Flash-Video-Tools herstellen.

Hinzu käme, dass Adobe eine größere Kontrolle über die Flash-Player-Software erhalten dürfte und Open-Source-Alternativen, wie beispielsweise Gnash, aufgeben müssten. Auch Software, die in der Lage ist, Flash-Videos herunterzuladen, würde nutzlos. Populärstes Beispiel wäre die aktuelle Version des RealPlayer.

Die Nutzung von Flash-Videos inklusive DRM wäre nur für Websites möglich, die Flash Media Server 3 erwerben, dessen Preis bei 4000 US-Dollar beginnt.

Die EFF nutzt auch die Gelegenheit, um auf die negativen Effekte hinzuweisen, die die DRM-Pläne für das Flash-Video-Format hätten. Das Format habe sich für die Übertragung von Online-Videos bewährt und aufgrund des Erfolgs hätten sich immer mehr Nutzer damit und mit dessen Möglichkeiten beschäftigt. Dazu habe auch gehört, dass man Flash-Videos von anderen Anwendern genutzt habe, um diese zu bearbeiten und eigene Erfahrungen mit dem Format zu sammeln. DRM würde solche Möglichkeiten unterbinden.

Sollte DRM tatsächlich für Flash-Videos eingeführt werden, dann wäre etwa ein Remix eines Flash-Videos allein dadurch unmöglich, weil zunächst ein Tool genutzt werden müsste, dass den DRM-Schutz eines Videos aushebelt und das damit illegal wäre.

Die EFF äußert sich ausdrücklich gegen jedes DRM für Flash-Videos. "DRM bereitet ehrlichen Anwendern nur Kummer und es gibt keinen Grund zu glauben, dass ein neues DRM-System Urheberrechtsverletzungen effektiver stoppen würde, als die bisherigen System", betont die EFF.

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