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EA-Deutschland-Chef: PC-Spiele haben kein schlechtes Image

Das schlechte Image von Computerspielen ist nach Ansicht des Spiele-Entwicklers Electronic Arts (EA) längst ein "Mythos".

Das schlechte Image von Computerspielen ist nach Ansicht des Spiele-Entwicklers Electronic Arts (EA) längst ein "Mythos". "Nach einer aktuellen Studie zählen sich 60 Prozent der Deutschen zu den Gamern", sagte Deutschland-Chef Jörg Trouvain in einem Gespräch mit dpa auf der Leipziger Games Convention. Darunter betrage der Anteil der Frauen sogar 40 Prozent. Die meisten derjenigen, die keine Computerspiele spielten, gäben als Grund nicht Abneigung, sondern Unkenntnis oder Desinteresse an, so Trouvain.

Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Umfrage, die TNS Infratest im Auftrag von Electronic Arts in Deutschland, Großbritannien und Frankreich durchgeführt hat. Danach gingen sogar 58 Prozent der Deutschen davon aus, dass Computer- und Videospiele den Umgang mit neuen Medien und Technologien erleichtern. Inzwischen wachse das Interesse in allen Genres, etwa bei den Strategiespielen oder bei den Sport-Titeln. Der Umsatz mit den oft in der Kritik stehenden Kriegs- und Ballerspielen liege dagegen deutlich unter zehn Prozent. Das mit Abstand bestverkaufte Spiel für Electronic Arts sei mit weltweit 55 Millionen verkauften Einheiten das Rollenspiel "Die Sims".

In den vergangenen fünf Jahren sei der Umsatz in Deutschland verdoppeln worden, sagte Trouvain. Eingefleischte Gamer der "Atari-Generation" seien inzwischen älter geworden und neue Spieler herangewachsen. Die Mehrzahl der Spielebegeisterten sei im Alter zwischen 30 und 39 Jahren. Im Vergleich zu den Nachbarländern sei das Interesse an Computerspielen hier zu Lande allerdings deutlich geringer ausgeprägt. "In anderen Ländern wird wesentlich mehr Umsatz mit Computerspielen gemacht." Doch der Markt könne auch in Deutschland schnell doppelt so groß werden. In diesem Jahr verzeichne Electronic Arts in hier zu Lande ein Marktwachstum von zehn Prozent. "2006 könnte das Wachstum deutlich höher ausfallen." Einen großen Nachfrageschub erwartet Trouvain derzeit vor allem von den neuen mobilen Spieleplattformen.

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