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E-Plus erwirkt einstweilige Verfügung gegen klarmobil.de

Der erst im September 2005 gegründete Büdelsdorfer Mobilfunkdiscounter klarmobil.de warb zuletzt mit Slogans wie "Kein E-Plus, keine Versorgungslücken" oder "Telefonieren im besten Netz" und zog sich damit den Unmut des Düsseldorfer Netzbetreibers zu, der nun eine einstweilige Verfügung gegen die angeblich unlauteren Werbeaussagen des Büdelsdorfer Unternehmens beim Landgericht Düsseldorf erwirkte. Klarmobil.de prüft derweil seinerseits juristische Mittel gegen diesen ohne Anhörung von klarmobil.de gefällten richterlichen Beschluss.



In bisherigen Werbespots hatte der Mobilfunk-Discounter versucht, sich aufgrund der Netzqualität des eigenen im T-Mobile abgewickelten Netzes am Markt zu etablieren. Schließlich lägen den Werbeaussagen laut Angaben von klarmobil.de die Ergebnisse eines Service-Checks des rheinisch-westfälischen TÜVs vom März 2005 zu Grunde. Zudem hätte eine eigens durchgeführte Kundenumfrage ergeben, dass rund 31 Prozent der Kunden das Mobilfunknetz für eines der wichtigsten Kaufkriterien halten. Doch auch die Gesamtkundenzahlen sprechen deutliche Worte, wonach die deutschen Handynutzer das GSM-900-Netz des Mobilfunk-Marktführers T-Mobile favorisieren. Bei Kunden und Fachleuten steht dessen besonders gute Netzabdeckung außer Frage. Verantwortlich dafür sind unter anderem die hohen Infrastrukturinvestitionen sowie eine physikalisch bedingte höhere Reichweite beim GSM-900-Mobilfunkstandard. Die größere Wellenlänge im Funkbetrieb bei 900 Megahertz erlaubt in ländlichen Gebieten großflächigere Funkzellen, als sie im 1800 Megahertz-Band realisierbar wären. So lassen sich Gebiete ohne Netzabdeckung leichter vermeiden.

Für das Büdelsdorfer Unternehmen ist die einstweilige Verfügung durch E-Plus im Grunde ein "Versuch, einen unliebsamen Wettbewerber in seiner Geschäftstätigkeit zu beeinträchtigen". Doch auch klarmobil.de-Geschäftsführer Hartmut Herrmann räumt ein: "Aus Sicht von E-Plus ist die Beanstandung nachvollziehbar. Immerhin ist der Düsseldorfer Netzbetreiber mit mehreren Marken im Discountgeschäft aktiv." Allerdings sei es seiner Meinung nach auch "erstaunlich, dass es nicht mal einen Versuch einer außergerichtlichen Einigung gegeben hat. Das spricht für sich." E-Plus wollte mit diesem Schritt lediglich die "Verbreitung falscher Fakten stoppen".

Schließlich besitze das E-Plus-Netz eine "sehr gute Qualität" und "sei auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb" wie die Pressestelle des Netzbetreibers bekannt gab. Die Werbeaussagen von klarmobil.de beruhten auf einem Vorurteil aus der Vergangenheit.

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