1246589

Durchbruch für Handy-TV steht bevor

24.11.2005 | 11:42 Uhr |

Die CeBIT 2006 soll zum Schaufenster neuer TV-Angebote werden. Momentan stehen zwei Technologien in den Startlöchern, die das TV-Programm aufs Handy bringen wollen.

Wenn am 9. Juni 2006 in München der Anpfiff zum ersten Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft ertönt, sollen die Fans per Handy mitfiebern können. T-Mobile, Vodafone D2 und o2 wollen ihren Kunden aber nicht nur die packendsten Szenen per UMTS-Streaming servieren, sondern auch komplette Spiele und spannende Zusatzdienste wie beispielsweise Votings oder Gewinnaktionen. Mit dem europäischen Standard DVB-H (Digital Video Broadcasting via Handheld) und der in Korea entwickelten DMB-Technik (Digital Multimedia Broadcast) stehen zwei Systeme bereit. Welches sich hierzulande durchsetzen wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Die für die Zuteilung der Frequenzen zuständigen Landesmedienanstalten werden beide Formate in den nächsten Monaten ausgiebigen Tests unterziehen.

Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen und Hamburg favorisieren DVB-H und wollen bereits zur Fußball-WM den Sendebetrieb aufnehmen. Bayern und Baden-Württemberg testen demnächst DMB. Noch in diesem Jahr soll ein Probelauf in Regensburg beginnen. Weitere Pilotprojekte sind 2006 in München und der Bodenseeregion geplant. Serienreife Endgeräte gibt es noch nicht, aber Prototypen von Siemens und Nokia (DVB-H) sowie von Samsung und LG Mobile (DMB). Als erster Hersteller will Nokia zur kommenden CeBIT ein Modell mit eingebautem DVB-H-Empfänger auf den Markt bringen, das Nokia N92. Die Mobilfunkbranche stellt sich also auf beide Systeme ein - DVB-H, das interaktive Zusatzdienste ermöglicht und bis zu 20 TV-Kanäle übertragen kann und DMB, das für wesentlich weniger Programme geeignet ist und keinen Rückkanal zur Verfügung stellt, dafür aber weniger am Handy-Akku zehrt. So setzt T-Systems zunächst auf DMB, hält sich aber alle technischen Türen offen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1246589