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Duftende Mails & Websites

21.03.2001 | 12:11 Uhr |

Morgens beim Anwerfen des Computers und Mail-Lesen eine Brise duftenden Kaffees oder beim Surfen auf einer Reisewebsite den Kokosnussduft ferner Karibik in der Nase - daran arbeitet das kalifornische Unternehmen DigiScents gemeinsam mit dem Schweizer Dufthersteller Givaudan.

Morgens beim Anwerfen des Computers und Mail-Lesen eine Brise duftenden Kaffees oder beim Surfen auf einer Reisewebsite den Kokosnussduft ferner Karibik in der Nase - daran arbeitet das kalifornische Unternehmen DigiScents gemeinsam mit dem Schweizer Dufthersteller Givaudan. Die beiden wollen zusammen das Internet mit duftenden Mails und Websites aufmischen.

"Der Duft bringt eine neue Dimension ins Internet: Text, Bild, Ton und eben Duft", meint Givaudan-Pressesprecher Peter Wullschleger. Nötig ist dazu ein kleines Gerät, das wie der Drucker an den PC angeschlossen werden kann. Sender von Mails und Webmaster lösen durch entsprechende Programmierung beim Öffnen der Post oder der Seite einen Impuls aus, der dem Bedufter am Empfängergerät meldet, welche Mischung angesagt ist. Eine Düse sprüht dann dem Leser am PC das Gewünschte ins Gesicht.

Soweit die Idee, die Umsetzung ist jedoch kompliziert. Givaudan, Hersteller von Aromastoffen, hat automatische Duftmischer im Einsatz. Die Maschinen sind aber einen Meter lang und mehr als 60 Kilogramm schwer - für den Hausgebrauch des Duftfreundes denkbar ungeeignet. DigiScents arbeitet deshalb an einem kleinen Duftverströmer, der in Lautsprechergröße dezent neben dem PC platziert werden soll. Die komplizierte Technologie des automatischen Duftmischers auf Miniaturformat zu bringen, ist eine Aufgabe, die DigiScents bis Ende dieses Jahres gemeistert haben will.

Bei Givaudans Maschine öffnen sich computergesteuert Röhrchen mit verschiedenen Riechsubstanzen. Ein Gas bläst die verschiedenen Parfumdämpfe zu einem Ventil. Die einzelnen Duftnoten werden gemischt und treten als neue Kreation an einer Öffnung aus. Das Unternehmen hat unter anderem Düfte wie Opium und BabyDoll von Yves Saint Laurent, Must von Cartier und L'Air du Temps von Nina Ricci kreiert.

Für eine Seife oder ein Duschgel sind rund 40 bis 50 Basisstoffe nötig, ein Luxusparfum hat bis zu 200. All das wäre für einen Miniaturbedufter zu kompliziert. "Wir gehen aber davon aus, dass man mit 20 bis 40 Basisstoffen im Prinzip alle beliebigen Düfte mischen kann", meint Wullschleger. DigiScents möchte die Duftpatronen, mit denen der Nutzer sein Gerät immer wieder füllen muss, online vertreiben.

Erste Geräte sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen. Komplizierte Mischungen werden damit aber wohl noch nicht möglich sein. Die komplexesten für die Hersteller sind etwa Gegrilltes und Geröstetes. Viele Düfte können aber schon heute mit einer einzigen Basissubstanz produziert werden: Banane, Gras, Kokosnuss. Die populärsten Düfte sind Schokolade, Vanille, Erdbeer und Pfefferminz. (PC-WELT, 21.03.2001, dpa/ mp)

www.digiscents.com

www.givaudan.com

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