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Spammer nutzen Bankenkrise aus

10.10.2008 | 13:05 Uhr |

Nachdem die Bankenkrise von den USA auch nach Europa übergeschwappt ist, war es nur eine Frage der Zeit bis Spammer versuchen, die Verunsicherung in der Bevölkerung für sich auszunutzen.

Sicherheitsanbieter warnen nun vor einer Welle an Spam-E-Mails, die billige Kredite anbieten oder Möglichkeiten aufzeigen, das mühsam ersparte Bankguthaben in vermeintlich sichere Anlageformen umzuschichten. "In den vergangenen Tagen registrieren unsere Sicherheitsexperten vermehrt Spam- und Phishing-Nachrichten mit klarem Bezug auf die Bankenkrise", berichtet Thorsten Urbanski, Sprecher von GData , im Gespräch mit pressetext.

Die Ziele der Spammer gehen hierbei quer durch die Angebotspalette von Cyberkriminellen. So lockt eine aktuelle Spam-E-Mail mit dem Versprechen, schnell und unkompliziert Kredite zu vergeben. Neben niedrigen Zinsen von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Jahren werben die dubiosen Anbieter auch damit, dass man keine Schufa-Informationen oder sonstige Bankauskünfte einhole. "Allerdings wird schon bei der Anfrage eine Gebühr fällig, die für den Kreditservice zu entrichten ist", berichtet Urbanski. Dass die versprochenen Kreditsummen anschließend tatsächlich ausbezahlt werden, ist zu bezweifeln.

Neben Gebührenabzocke für Entschuldungskonzepte und Kreditvermittlung reichen die durch Banken-Spam drohenden Gefahren über klassischen Diebstahl persönlicher Daten auf Phishing-Seiten bis hin zur Infektion des Rechners mit Schadcode. "Wir raten den Empfängern dieser Nachrichten, sie umgehend zu löschen. Kein seriöses Finanzunternehmen würde jemals auf Spam-E-Mails als Werbemittel setzen", betont der GData-Sprecher.

Von einem drastischen Anstieg der Spammeldungen rund um die internationale Finanzkrise geht auch Secure Computing aus. Laut einem aktuellen Bericht des Sicherheitsanbieters führten im September noch E-Mails rund um den US-Präsidenschaftswahlkampf sowie zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 die Spam-Hitliste an. Im Oktober hingegen würden Finanzthemen dominieren. Zu erwarten seien neben Lockangeboten auch Spam-Nachrichten, die auf angebliche Bankenaufkäufe oder Zusammenbrüche von Kreditinstituten hinweisen und Finanztipps geben. (pte)

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