78244

Drucker-Spionage: EFF will Code entschlüsselt haben

18.10.2005 | 11:02 Uhr |

Mitte des Jahres berichtete die Electronic Frontier Foundation (EFF), die sich der Verbraucherrechte im digitalen Zeitalter verschrieben hat, von ungewöhnlichen Markierungen auf Ausdrucken, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Diese Codes können Ermittlungsbehörden darüber Aufschluss geben, wann und mit welchem Drucker ein derart markiertes Dokument erstellt wurde. Jetzt will die EFF den Code entschlüsselt haben.

Eine Vielzahl an Druckern drucken bei jedem Dokument Markierungen aus, die es Ermittlungsbehörden erlauben, herauszufinden, wann und mit welchem Drucker eine bestimmte Seite erstellt wurde. Die Markierungen sind mit bloßem Auge kaum beziehungsweise überhaupt nicht zu erkennen, erst mit Hilfe von Lupen und blauem Licht kommt man den gelben Mini-Pünktchen auf die Spur.

Bereits Mitte des Jahres berichtete die die Electronic Frontier Foundation (EFF), die sich der Verbraucherrechte im digitalen Zeitalter verschrieben hat, von diesen Markierungen, jetzt will die Organisation den Code entschlüsselt haben .

Am Beispiel des Farblaser-Druckers Docucolor von Xerox erläutert die EFF das Prinzip, das seiner Meinung nach hinter der Punktansammlung steckt. Demnach wird bei jedem Dokument mehrfach eine mikroskopisch kleine Matrix mit 15 Spalten und acht Zeilen ausgedruckt (siehe Bild rechts). Je nachdem, wo ein Punkt gesetzt ist, können dann laut EFF der genaue Zeitpunkt des Ausdrucks (Uhrzeit und Datum) sowie die Seriennummer des Druckers abgelesen werden.

Einige Spalten der Matrix werden nicht genutzt, oder aber ihre Bedeutung ist unklar, so die EFF. Auf dieser Seite hat die Organisation eine Liste online gestellt, aus der hervor geht, welche Drucker mit derartigen Markierungen arbeiten - und darunter ist so ziemlich jedes namhafte Unternehmen.

Anwender, die auf ihren Dokumenten ähnliche Muster finden, können auf dieser Site (ganz unten) der EFF die Position der Punkte eintragen und dekodieren lassen. Auch der Source-Code des dahinter steckenden Open-Source-Programms kann dort herunter geladen werden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
78244