21.06.2001, 12:34

Hans-Christian Dirscherl

Droht Microsoft neues Kartellverfahren?

Microsoft droht eventuell ein neues Kartellverfahren. Stein des Anstosses sind die neuen Multimedia- und Messenger-Funktionen in Windows XP. Microsoft könnte seine beherrschende Stellung bei Betriebssystem ausnutzen, um Wettbewerber vom Markt zu verdrängen. Microsoft-Kontrahenten versuchen nun US-Staatsanwälte für ein neues Kartell-Verfahren gegen Microsoft zu gewinnen.
Microsoft droht vielleicht ein neues Kartellverfahren. Stein des Anstosses sind die neuen Multimedia- und Messenger-Funktionen in Windows XP. Microsoft könnte seine beherrschende Stellung bei Betriebssystemen ausnutzen, um Wettbewerber vom Markt zu verdrängen. Microsoft-Kontrahenten versuchen nun US-Staatsanwälte für ein neues Kartell-Verfahren gegen Microsoft zu gewinnen.
Procomp, ein Zusammenschluss von Microsoft-Konkurrenten wie Oracle und Sun, wandte sich diese Woche an die US-Staatsanwälte bei deren Jahrestreffen in Vermont. Procomp beklagt, dass Microsoft Messaging- und Media-Anwendungen im kommenden Windows XP bundeln will. Dadurch würde der Redmonder Software-Riese seine monopolähnliche Stellung - die er bei Betriebssystemen bereits besitzt - auch auf andere Bereiche ausweiten. Mike Pettit, der Präsident von ProComp, überreichte den anwesenden Staatsanwälten eine lange Liste mit Vorwürfen.
Stein des Anstosses sind die zahlreichen Multimedia-Funktionen und Utilities, die in Windows XP implementiert werden sollen. So soll zum Beispiel derMSNMessenger Teil von Windows XP werden und dadurch demAOLInstant Messenger und demYahooMessenger Marktanteile rauben. Der MSN Messenger war bisher nicht Teil des Windows-Betriebssystems. Der Windows Media Player, gegen den ebenfalls Vorwürfe erhoben werden, gehörte schon länger zu Windows.
Jim Cullinan, Sprecher vonMicrosoftweist diese Vorwürfe zurück. Alle neu hinzugefügten Komponenten seien natürliche Weiterentwicklung des Betriebssystems. "Welches Betriebssystem kann ohne diese Funktionen noch lebensfähig sein?" Von den Staatsanwälten war keine Stellungnahmen zu bekommen.
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