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Drohnen retten Rehkitze vor dem Tod

08.04.2016 | 14:44 Uhr |

Immer öfter kommen Flugdrohnen als Lebensretter zum Einsatz: Technik-begeisterte Tierfreunde spüren mit den Drohnen die im Gras versteckten Rehkitze auf. Bevor das Mähwerk sie zerfetzt.

Quer durch Deutschland findet im Frühjahr ein Massaker statt. Auf Deutschlands Wiesen. Denn die Reh-Mütter legen ihren frisch geborenen Nachwuchs bewusst ins hohe Gras, damit Füchse und andere Fressfeinde die Jungen nicht finden. Doch das hohe, eigentlich schützende Gras, wird für die Rehkitze eben auch zur tödlichen Fall: Wenn die Bauern die Wiesen mit dem Mähwerk mähen. Und die Rehe nicht rechtzeitig entdecken.

Deshalb sind einige engagierte Tierschützer auf die Idee gekommen mit Flugdrohnen vor der Mahd über die Wiesen zu fliegen und die Rehkitze aufzuspüren.

Dieses Youtube-Video demonstriert den Drohneneinsatz:

So geht die Rehkitzsuche per Drohne

An der Drohne wird dazu eine Wärmebildkamera befestigt. Mit ihr kann man die kleinen Rehkitze im hohen Gras leichter identifizieren.

Das Rehkitz auf dem Wärmebild.
Vergrößern Das Rehkitz auf dem Wärmebild.
© NDR

Außerdem muss ein Landwirt natürlich den Tierschützern und Drohnenführern rechtzeitig Bescheid geben, bevor er seine Wiese mäht. Die abzufliegenden Wiesen markieren die Drohnenführer dann auf Google Maps. Dann fahren sie zur Wiese und lassen die Drohne mit der Wärmebildkamera aufsteigen. Die Drohne fliegt nun die zuvor eingegebene Google-Maps-Karte ab. Typischerweise fliegt die Drohne dabei rund 30 Meter hoch. Ihre Live-Bilder sendet die Drohne von der Kamera zur „Bodenstation“.

Das Rehkitz auf dem normalen Videobild.
Vergrößern Das Rehkitz auf dem normalen Videobild.
© NDR

Ein weiterer Youtube-Video zur Rehkitzrettung per Drohne:

Wenn der Drohnenführer beziehungsweise die Tierschützer am Boden auf dem Monitor eine Wärmequelle auf dem Bild erkennen, lassen sie die Drohne darüber verharren und schalten das Kamerabild auf die Videokamera um. Erkennen sie nun tatsächlich ein Tier, dann laufen sie zu der Stelle hin.

Das Tier wird mit einem Wildschutz eingezäunt, um nicht fliehen zu können. Dann wird entschieden, ob man das Tier einfängt und woanders hin transportiert, oder der Landwirt einfach um das Tier herummäht.

Die Polizei setzt hingegen Adler ein, um Drohnen vom Himmel zu holen

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