2110616

Drohne sollte Waffen, Drogen und Pornos ins Gefängnis schmuggeln

25.08.2015 | 14:10 Uhr |

Im US-Bundesstaat Maryland nahm die Polizei zwei Männer fest, die mit einer Flugdrohne Waffen, Drogen, Tabak und Porno-DVDs ins Gefängnis schmuggeln wollten.

In diesem Vorfall aus dem US-Bundesstaat Maryland von Samstagabend griff die US-Polizei zu, bevor die Drohne überhaupt abheben konnte. Die Polizei-Beamten hatten zwei verdächtige Männer in der Nähe des Gefängnisses von Cumberland bemerkt. Bei der Festnahme stellten die Polizisten auf der Rücksitzbank des Ford-Pickups der beiden Festgenommenen eine Flugdrohne samt Fernbedienung vom Typ Yuneec Typhoon sicher – eine vergleichsweise leistungsfähige Drohne. Sie sollte ganz offensichtlich über die Gefängnismauern fliegen. Denn zusammen mit der Drohne fanden die Polizisten eine Schusswaffe und sechs Päckchen mit Drogen und Tabak. Und elf DVDs mit Porno-Filmen. Was man halt so braucht im Knast…

Die Festgenommenen besaßen zudem Funkgeräte. Vermutlich um Kontakt mit der Zielperson im Gefängnis aufzunehmen. Die Ermittlungsbehörden scheinen einen Häftling identifiziert zu haben, der in die Sache verwickelt ist. Gegen ihn wird ebenfalls ermittelt. In dessen Zelle sollen Beamte bereits Schmuggelgut sichergestellt haben.

Die US-Behörden wollen nun die Gefängnisse aufrüsten, damit sie Drohnen leichter erkennen können. Die Kosten pro Gefängnis werden auf bis zu 400.000 US-Dollar (zirka 348.000 Euro) veranschlagt.

Immer häufiger Probleme mit Drohnen

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen über Probleme mit Drohnen. So benutzen Dealer Flugdrohnen offensichtlich für den Drogentransport. Flugdrohnen kommen zudem immer häufiger Flugzeugen zu nahe, wie es beispielsweise kürzlich einer Lufthansa-Maschine über Warschau passiert ist. Auch Feuerwehreinsätze wurden bereits durch Flugdrohnen behindert.

So verändern Drohnen unser Leben

Knast-Brüder lieben Drohnen

Die Insassen von Gefängnisanstalten scheinen die kleinen Brummer ebenfalls zu schätzen. Denn es häufen sich Meldungen über Flugdrohnen, die Richtung Knast fliegen. Aus Deutschland sind mindestens zwei Fälle bekannt, in denen Flugdrohnen Drogen, aber auch iPhones und USB-Sticks mit Videos in das Gefängnis fliegen sollten.
 
In den USA sind Drohnen als Transportmittel für Knackies offensichtlich besonders beliebt. Mit den Flugdrohnen lassen sich Drogen, Waffen und Smartphones nun einmal einfacher hinter Gitter schmuggeln als klassisch versteckt im Brot oder Kuchen, den ein Besucher dem Häftling im Besuchsraum übergibt.

Ähnlich wie in Deutschland stammen die ersten Meldungen über Drohnenflüge ins Gefängnis aus dem Jahr 2014. Im Jahr 2015 häufen sich nun derartige Vorfälle. Heroin, Marihuana, Tabak und natürlich Smartphones befinden sich typischerweise an den Drohnen befestigt. Das Gefängnispersonal entdeckt die unerwünschten Kuriere meist dann, wenn die Landung scheitert und die Drohne einen Crash hinlegt. So krachte im Januar 2015 eine Drohne mit Methamphetaminen in ein Shopping-Center statt im Knast zu landen. Eine andere Drohne warf über einem Gefängnis ein Paket mit 144,5 Gramm Tabak, 65,4 Gramm Marihuana und 6,6 Gramm Heroin ab. Das Paket verursachte eine Massenschlägerei auf dem Gefängnishof, weil sich die Häftlinge darum prügelten. Die Wächter mussten Pfefferspray einsetzen, um die Streithähne trennen zu können.

Video: AR.Drone & Co. - Alles über Drohnen

 

0 Kommentare zu diesem Artikel
2110616