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Drohnen-Kurier

Drohne mit 3 Kilo Crystal Meth abgestürzt (Update)

09.02.2015 | 10:38 Uhr |

Drogen-Dealer werden immer dreister und fliegen ihre Ware per Drohne aus. Doch die Drohnen stürzen manchmal ab - auch in Deutschland.

UPDATE (09.02.2015): Das von DJI bereitgestellte Firmware-Update, welches ausgeweitete Flugverbotszonen für die Drohnen des Herstellers implementierte, wurde nun wieder zurückgezogen. Das Update hatte DJI nach den jüngsten Vorkommnissen, in der sich selbst US-Präsident Barack Obama persönlich einschaltete, überstürzt veröffentlicht. Auf genaue Probleme ging der Hersteller nicht ein, allerdings wird das Update auch mit Akku-Problemen in Verbindung gebracht. Somit empfiehlt DJI seinen Anwendern ein Downgrade auf Version 3.08. Der Download der Problem-Version 3.10 ist nicht mehr möglich.

UPDATE (29.01.2015): Der Drohnenhersteller DJI reagiert auf die drohende Regulierung mit einem Firmware-Update, das die Flugverbotszonen die von den Drohnen eingehalten werden müssen deutlich ausbaut. Beispielsweise gibt es eine 25 Kilometer-Radius-Verbotszone in Washington um das Weiße Haus. Auch im Umkreis von rund 10.000 Flughäfen werden die Drohnen demnächst streiken. Auch wird verhindert, dass die DJI-Modelle US-amerikanische Grenzen überqueren können. So will der Hersteller zeigen, dass er kriminelle Aktivitäten nicht unterstützt.

Ursprüngliche Nachricht: Mit Drohnen lässt sich so einiges anstellen. Pakete von A nach B liefern oder auch schicke Panorama-Fotos aus der Luft schießen. Die kinderleichte Bedienung lockt aber allem Anschein auch gerne Kriminelle an. Vermehrt hört man Meldungen von illegalen Transporten per Drohnen-Kurier. Erst vor kurzem sorgte eine mit  3,3 Kilogramm Crystal-Meth beladene Drohne  in Tijuana, Mexiko, für Aufsehen. Diese stürzte auf einem Kurier-Flug nahe der US-amerikanischen Grenze in einen Supermarkt in Tijuana. Laut der mexikanischen Polizei wurde das Meth mit sechs Paketen an der Drohne befestigt. Bei dem Modell handelte es sich um den Typ Spreading Wings S900 ( Bild in der Galerie ) des Herstellers DJI Drohne mit einem GPS-Tracker, die selbständig zu Zielort fliegt. Ein menschlicher Pilot wird hier nicht benötigt. Dass die Drohne überhaupt abgestürzt sei, lag wohl an der 3-Kilo-Fracht. Diese konnte die Drohne nicht mehr bewältigen.

Knast-Kurier-Drohnen

Auch in Deutschland machte Mitte Dezember ein Drohnen-Kurier-Flug Schlagzeilen: Dieser war nicht auf dem Weg über irgendeine Grenze, sondern auf dem Weg zu einem Hamburger Gefängnis abgestürzt. Und zwar genau auf dem Dach. Die verdutzten Beamten bargen ein iPhone, einen USB-Stick mit Filmen und ein Päckchen Marihuana. Vermutlich sollte die Fracht über das Zellenfenster vom Empfänger angenommen werden. Diese Drohne wurde allerdings klassisch mit einem Smartphone gesteuert.

Ähnlich auch Anfang Dezember in Bremen geschehen. Dort ist eine Drohne des chinesischen Herstellers DJI, Typ Phantom 1 ( Bild in der Galerie ), in Hof des Bremer-Gefängnisses Oslebshausen, abgestürzt. Fracht: ein Kinder-Überraschungsei-Plastik-Behälter mit 10 Gramm Marihuana. Gegenüber dem Spiegel bezeichnete der Anstaltsleiter den Drohneneinsatz mit den Worten „eine völlig neue Dimension“.

Der Einsatz von GPS-Störsendern, die bei solchen Fällen die Navigation der Drohnen behindern sollen, ist noch nicht alltagstauglich. Hier müssen Forscher und Tüftler noch nachbessern. In Bremen will man sogar so weit gehen, die Abstände der Stangen der Zellenfenster zu verringern.

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Auch das Weiße Haus ist vor Drohnen-Vorfällen nicht sicher

Ein weiterer kurioser Drohnen-Vorfall geht momentan durch die Medien. Ein Mitarbeiter für militärische und kartografische Aufklärung hatte im angetrunkenen Zustand mit einer Drohne des Typs DJI Phantom ( Bild in der Galerie ), das Radar des Weißen Hauses unterflogen, das den Präsidenten vor Luftangriffen schützen soll. Laut New York Times teilte der Drohnenpilot seinen Freunden per SMS mit, dass er die Drohne nicht mehr zu sich steuern könne und dass die Drohne unter Umständen sogar im Weißen Haus gelandet sein kann. US-amerikanische Radio- und TV-Stationen berichteten am Tag darauf über den Vorfall. Geschockt von der Publicity meldete sich der Mann bei seinem Arbeitgeber und bezichtigte sich selbst.

Präsident Obama fordert schärfere Regeln

Präsident Obama sprach im Interview mit CNN über den Vorfall. Drohnen sind in sämtlichen Elektronikgeschäften günstig zu erstehen. Eine Regulierung fehlt aber völlig. Daher habe er seine Regierung angewiesen, ein Regelwerk für Drohnen zu entwerfen, „das sicherstellt, dass diese Dinger nicht gefährlich sind und nicht die Privatsphäre anderer Leute verletzen“.

Auch die PC-WELT ist schon mit einer Drohne über München geflogen:

Wie es mit den Regulierungen für Drohnen weitergeht, bleibt auch in Deutschland offen. Klar ist: Je mehr illegale Taten mit Drohnen verübt werden, je härter dürfte reguliert, vielleicht gar verboten werden.

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