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Dresden: Bald europäisches Zentrum für Nanoelektronik?

Wenn es nach Edelgard Bulmahn, Georg Milbradt, AMD, Infineon und der Fraunhofer-Gesellschaft geht, soll Dresden bald zum europäischen Forschungszentrum für Nanoelektronik werden. Mit einem Memorandum wurde heute der Grundstein gelegt.

Fünf Parteien aus Politik, Forschung und Wirtschaft haben heute mit einem "Memorandum of Understanding" im Schloss Eckberg in Dresden den Grundstein für das Forschungszentrum für Nanoelektronische Technologien (CNT) gelegt: Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung ( BMBF ), Georg Milbradt, Ministerpräsident von Sachsen , Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft sowie Hector Ruiz, Vorstandsvorsitzender von AMD und Wolfgang Ziebart, Vorstandvorsitzender bei Infineon . Damit soll Dresden zu einem der wichtigsten Standorte für Nanoelektronik in Europa werden. Nanoelektronik ist die Wissenschaft und Technik zur Erforschung und Herstellung von Materialstrukturen kleiner als ein Mikrometer (ein Millionstel Meter).

In dem Abkommen vereinbarten die Partner Forschungsschwerpunkte, Organisation und Finanzierung des CNT. So werden die Fraunhofer-Gesellschaft, Infineon und AMD das Zentrum als Fraunhofer-Einrichtung aufbauen. Das CNT nutzt dabei die Reinraumfläche und Infrastruktur des Entwicklungszentrums von Infineon. Der Freistaat Sachsen und das BMBF leisten eine Finanzspritze von insgesamt 80 Millionen Euro. Damit sollen in den nächsten fünf Jahren Forschungsprojekte im Wert von 170 Millionen Euro umgesetzt werden.

AMD und Infineon erhoffen sich neben der Stärkung der gemeinsamen Zusammenarbeit die Weiterentwicklung ihrer Technologien und eine noch engere Verflechtung mit den Dresdner Universitäten und Forschungsinstituten. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft dazu gegenüber der Presse: "Das Zentrum ist ein Modell für die Verzahnung von Forschung und Fertigung. Es steht weiteren Partnern offen, beispielsweise Material- oder Geräteherstellern."

Auch Edelgard Bulmahn und Georg Milbradt freuten sich über das Memorandum. Der sächsische Ministerpräsident sagte zur geplanten Zusammenarbeit von AMD, Infineon und Fraunhofer: "Ich bin sicher, dass sie bald mit innovativen Technologieprodukten von sich reden machen. Ich werde mich dafür einsetzen, die besten Wissenschaftstalente ins sächsische Elbflorenz zu holen." Bereits heute sei die Region Dresden mit einem Netzwerk aus Industrie, Instituten und Hochschulen der größte europäische Elektronikstandort. In den vergangenen Jahren wurden laut BMBF 20.000 Arbeitsplätze geschaffen.
(Bild: Fraunhofer IZM)

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