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Dreist: So zockt eine Website ahnungslose Surfer ab

30.11.2001 | 10:54 Uhr |

Mit dreisten Methoden betreiben die Macher einer deutschen Website pure Geldmacherei. Auf dieser wird ahnungslosen Surfern suggeriert, dass ihre Sicherheitseinstellungen "mangelhaft" sind. Angebliche Top-Programme sollen den Rechner des Anwenders schützen. Um die Programme herunterladen zu können, muss jedoch ein Dialer verwendet werden. Die Kosten: 3,63 Mark pro Minute. PC-WELT hat das Angebot getestet und dabei festgestellt: pure Abzockerei.

Mit dreisten Methoden betreiben die Macher einer deutschen Website pure Geldmacherei. Auf dieser wird ahnungslosen Surfern suggeriert, dass ihre Sicherheitseinstellungen "mangelhaft" sind.

Um den Surfer von diesen "mangelhaften" Einstellungen zu überzeugen, wird dessen IP-Adresse eingeblendet und in einem Frame der Festplatteninhalt dargestellt. "Das Programm welches Ihre IP und Ihren Festplatten-Inhalt nicht verrät, gibt es NUR bei UNS"; heißt es weiter. Hinter dem Link "Sicherheitsprogramm runterladen" soll sich dann das vermeintliche Wunderprogramm verbergen.

Zunächst einmal sollte betont werden, dass das Erkennen der IP-Adresse nichts mit einer Sicherheitslücke zu tun hat. Die IP-Adresse wird grundsätzlich zur Übertragung von Daten im Internet benötigt. Jeder Surfer hinterlässt Spuren mit der gerade genutzten IP-Adresse. Bei erneuter Einwahl über einen Provider wird diese aber in der Regel jedes Mal neu zugeteilt.

Auch der auf der Website angezeigte Festplatten-Inhalt weist nicht auf eine Sicherheitslücke hin. Hierbei handelt es sich um einen normalen IFrame (ein Fenster in einem Fenster), das den Inhalt der Festplatte anzeigt. Den kann jedoch in dem betreffenden Fall nur der Anwender selbst sehen. Die Betreiber der Website suggerieren jedoch, dass sie in der Lage seien, den Festplatten-Inhalt auszulesen.

Über den Link "Sicherheitsprogramm runterladen" wird zunächst ein Dialer heruntergeladen. Auch bei einem Klick auf die anderen Bereiche auf der Website wird jeweils ein und derselbe Dialer mit teils unterschiedlichen Namen heruntergeladen. Nach dem Start lässt sich eine ISDN- beziehungsweise Modem-Verbindung zu einer 0190er-Nummer aufbauen. Kosten pro Minute: 3,63 Mark.

Erst bei Einwahl über den Dialer erhält der Anwender Zugriff auf den tatsächlichen Inhalt der Website. Hier verbergen sich unter anderem die Bereiche "Serialz", "TV-Hacking" und "Patcher". Dabei handelt es sich jedoch lediglich um Programme, die auch an anderen Stellen im Internet zu finden sind - dort allerdings gratis.

Alles in allem handelt es sich nur um eine Download-Sammlung, die für teures Geld angeboten wird. Einige Programme ließen sich auch nach dem Download aufgrund eines Archiv-Fehlers nicht entpacken. Wer also so ein defektes Archiv erwischt, hat bei einem Minutenpreis von 3,63 Mark sozusagen die Niete gezogen.

Damit auch Internet-Nutzer ohne Modem, beispielsweise mit DSL-Anschluss, Zugriff auf den Member-Bereich erhalten können, muss eine 0190er-Nummer am Telefon gewählt werden. Nach Eingabe eines fünfstelligen Codes (am Telefon) und anschließendem Klick auf den "Eingang"-Link (im Internet), kann im Member-Bereich per DSL gesurft werden. Währenddessen darf der Telefonhörer aber nicht aufgelegt werden. Pro Minute werden auch hier 3,63 Mark fällig.

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