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US-Militärbasis mit Malware verseucht

01.12.2008 | 16:23 Uhr |

Die Computer der größten US-Militärbasis in Afghanistan sind zum größten Teil mit einem Trojanischen Pferd verseucht worden. In der Folge hat das Militär die Benutzung von USB-Sticks verboten.

Angehörigen des US-Militärs ist es neuerdings verboten USB-Sticks und andere Speichermedien an die Computer anzuschließen. Ursache für dieses im November verhängte Verbot ist offenbar, wie erst jetzt bekannt wurde, die Verseuchung von nahezu 75 Prozent der Rechner des US-Militärkommandos in Afghanistan mit einem Trojanischen Pferd.

Der Schädling gehört zu einer Malware-Familie, die sich über Wechselmedien und Netzwerkfreigaben verbreitet. Er kopiert sich auf alle angeschlossenen Laufwerke und legt eine Datei "autorun.inf" in deren Hauptverzeichnis an. Diese wird von Windows automatisch ausgewertet, sobald das Laufwerk angeschlossen wird. Darin steht in diesem Fall ein Befehl zum Starten des Trojanischen Pferds.

Das US-Militär wird zwar praktisch ständig von Hackern und Malware attackiert, aber dieser Angriff hat anscheinend das übliche Maß weit überschritten und zu einer radikalen Reaktion geführt. Offizielle Stellen halten sich mit Details über diesen Vorfall zurück. Es wird spekuliert, es könne sich um einen gezielten Angriff auf die Truppen in Afghanistan und im Irak gehandelt haben, hinter dem China oder Russland stecken könne. Die meisten Computer des Militärs unterscheiden sich nur wenig von der üblichen Massenware - jedenfalls soweit es die Anfälligkeit für Malware-Angriffe betrifft.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat inzwischen ein ähnliches Verbot erlassen. Auch die NASA ist immer wieder Ziel von Angriffen. Zuletzt wurde eine Infektion von Rechnern auf der internationalen Raumstation ISS bekannt. Auch hier soll es sich um einen Schädling gehandelt haben, der sich über Wechselmedien verbreitet.

Die Rechner des Militärs und der NASA sind zwar überwiegend mit Antivirus-Software ausgestattet, die ist aber im Feld oder im Weltraum nicht immer so leicht zu aktualisieren. Zudem erkennt kein Virenscanner alle Schädlinge, die es gibt. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn Militär und Behörden dem Beispiel der Wirtschaft folgen. In vielen Unternehmen sind USB-Sticks längst verboten, teilweise werden USB-Buchsen sogar mit Heißkleber versiegelt.

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