Für Desktop-Rechner existieren mit den neuen Richtlinien drei Kategorien. In Kategorie A fallen alle Systeme, die nicht den beiden folgenden Klassen zuzuordnen sind. Rechner der Kategorie B müssen einen Multi-Core-Prozessor mitbringen oder mehr als einen physikalischen Prozessor und darüber hinaus mit mindestens einem GByte Arbeitsspeicher aufwarten.
Etwas komplexer sind die Rahmenbedingungen für ein Gerät der Kategorie C. Hinsichtlich des Prozessors unterscheidet sich diese nicht von Systemen der Kategorie B. Aber für ein Gerät dieser Klasse ist eine diskrete Grafik mit mindestens 128 MByte Speicher Voraussetzung. Außerdem müssen zwei der drei folgenden Bedingungen erfüllt sein:
- Mindestens 2 GByte Arbeitsspeicher
- TV-Tuner oder Video Capture mit HD-Unterstützung
- Mindestens zwei Festplatten
Die maximal erlaubte Leistungsaufnahme im Idle-Betrieb für die einzelnen Kategorien staffeln sich wie folgt: 50 Watt (Kategorie A), 65 Watt (Kategorie B) und 95 Watt für die Kategorie C. In Sachen Wake on LAN (WOL) gelten die identischen Voraussetzungen wie bei Notebooks, sprich es dürfen 0,7 Watt bei Stand-by und Sleep hinzukommen.
Damit dürfte es für PC-Systeme deutlich schwieriger werden, die erforderlichen Rahmenbedingungen einzuhalten. In Kategorie A werden die beispielsweise mit mobilen CPUs motorisierten Small-Form-Factor-Systeme leichtes Spiel haben. Im professionellen Umfeld dürften viele Systeme der Kategorie B anzutreffen sein. Insbesondere Rechner der Kategorie C werden mit den Grenzwerten zu kämpfen haben. Konfigurationen dieser Machart passieren in der Regel auch im Idle-Betrieb problemlos die 100-Watt-Marke.
Lücken bei den Server-Richtlinien
In den Energy-Star-4.0-Richtlinien sind nur Server definiert, die an Desktop-PCs "angelehnt" sind. Diese Geräte beinhalten typischerweise Desktop-Komponenten in einem Tower-Gehäuse, werden aber ausschließlich als Host-Rechner für andere Computer oder Applikationen eingesetzt. Andere Server wie etwa für Midrange-Anwendungen oder Blade-Systeme deckt die Spezifikation noch nicht ab. Die Rechner müssen explizit als Server konzipiert sein (Class B) und der Euronorm EN55022:1998 entsprechen. Dazu zählt, dass nur ein Prozessorsockel auf dem Mainboard vorgeschrieben ist. Zusätzlich müssen alle relevanten Komponenten – ähnlich wie bei einem Desktop-PC – wie Prozessor, Storage und Netzwerk in einem Gehäuse Platz finden.
Darüber hinaus muss ein entsprechender „Desktop-Server“ alle Kriterien für hohe Zuverlässigkeit und Hochverfügbarkeit erfüllen. Das ist in erster Linie eine garantierte Betriebszeit von 24 Stunden pro Tag und 7 Tage pro Woche bei einer sehr geringen Downtime, die aber in den Regularien nicht näher spezifiziert ist. Für die Standard-Server-Applikationen sind industrieweit anerkannte Betriebssysteme wie Windows NT, Windows 2003 Server, Mac OS X Server, OS/400, Linux oder Unix vorgeschrieben.
Um die Energy-Star-4.0-Vorgaben hinsichtlich des Energieverbrauchs zu erfüllen, muss ein „Desktop-Server“ die gleichen Richtwerte für die elektrische Leistungsaufnahme einhalten wie ein Desktop-Rechner.
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