689279

Drei Jahre Haft für Software-Pirat

21.06.2005 | 14:06 Uhr |

Wegen gewerbsmäßigen Verstoßes gegen das Urheberrecht sowie des versuchten gewerbsmäßigen Betrugs wurde ein deutscher Software-Pirat zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.

Drei Jahre Haft ohne Bewährung - so lautet das Urteil der Großen Strafkammer des Landgerichts Frankfurt gegen Oliver W. wegen gewerbsmäßigen Verstoßes gegen das Urheberrecht sowie des versuchten gewerbsmäßigen Betrugs. Das Gericht sah es dabei als erwiesen an, dass der Angeklagte im Jahr 2001 unter verschiedenen Decknamen in mindestens 37 Fällen über Ebay gefälschte Software verkauft hat, so die BSA in einer Mitteilung.

Der Mann hat mit seinen Verkäufen rund 100.000 Euro eingenommen, der Schaden wird von der BSA mit knapp 700.000 Euro angegeben. Die betroffenen BSA-Mitglieder behalten sich laut Verband vor, wegen dieser Summe einen zivilrechtlichen Prozess einzuleiten.

Insgesamt wurden dem Mann 2000 Fälle vorgeworfen, dem Urteil lagen aber nur 37 besonders gut dokumentierte Fälle zugrunde. Dies reichte laut BSA aus, um die " besondere Schwere und die Gewerbsmäßigkeit der Handlungen des W. festzustellen und das Strafmaß zu bilden". Über mehr als 1500 "angeklagte Verkäufe" muss das Gericht noch entscheiden, so die BSA.

Oliver W. ist allerdings kein unbeschriebenes Blatt: Laut BSA wurde der Mann wegen ähnlicher Fälle bereits zu einer Geldstrafe sowie einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Mann kann nun innerhalb einer Woche gegen das Urteil Revision einlegen. Über diese müsste dann der Bundesgerichtshof entscheiden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
689279