161816

Amazon steigt ins Casual-Games-Geschäft ein

23.10.2008 | 12:36 Uhr |

Wie die IT-Times berichtet, hat der E-Commerce-Anbieter den Videospielspezialisten Reflexive Entertainment übernommen.

Der im US-Bundesstaat Kalifornien beheimatete Spielehersteller ist besonders für seine Casual-Game-Produktionen bekannt. Vor allem aber betreibt das Unternehmen mit Reflexive Arcade eine Vertriebsplattform für PC- und Mac-Games, auf der eigene Spiele und die Titel von anderen Herstellern kostenpflichtig zum Download angeboten werden. Für den Online-Händler Amazon ist die aktuelle Akquisition ein wichtiger Schritt, um die eigene Vertriebspalette um einen weiteren Produktbereich erweitern zu können. So werden Amazon-Kunden über das Portal des Internetkaufhauses künftig nach Büchern, Musik und Videos auch komplette Spiele herunterladen können.

Für eine Stellungnahme zu den Hintergründen der aktuellen Übernahme war Amazon auf Anfrage von pressetext nicht zu erreichen. Die Pläne, die der Online-Händler mit der Akquisition von Reflexion verfolgt, dürften aber offensichtlich sein. So ist vor allem das Webportal des Spieleherstellers für Amazon interessant, das als Vertriebsplattform für Spiele im Casual-Gaming-Markt bereits eine etablierte Marke darstellt. Es ist also davon auszugehen, dass die Reflexive-Plattform in das Amazon-Angebot integriert werden wird. Bestätigt wird dies auch durch ein offizielles Statement von Lars Brubaker, dem CEO von Reflexive Entertainment. Dieser kündigt in einer Aussendung an, dass die Vertriebskanäle des Unternehmens künftig eng mit denen von Amazon verzahnt werden sollen. "Unsere Absicht ist es, die beste Distributionsplattform für Casual Games zur Verfügung zu stellen", betont Brubaker.

Von der aktuellen Übernahme würden beide Seiten profitieren, stellt Brubaker fest. Amazon könne so seine Angebotspalette um den vielversprechenden Bereich der Spieledownloads erweitern und das Games-Studio habe die Möglichkeit, sich die enorme Reichweite des Online-Handelsportals für den Vertrieb der eigenen Spielproduktionen zu Nutze zu machen. "Durch die Übernahme durch Amazon bringen wir eine riesige neue Gruppe von Kunden ins Spiel", erklärt Brubaker.

Bereits Mitte Juli dieses Jahres hatte Amazon die Angebotspalette seines Online-Portals um ein "Video on Demand" genanntes Download-Angebot erweitert. Die Verfügbarkeit dieses Dienstes ist allerdings derzeit noch auf die USA beschränkt. Auch der nun angekündigte Spiele-Download-Service wird zunächst nur innerhalb der US-Landesgrenzen nutzbar sein. Ob und wann Amazon seine Video- und Spiele-Download-Dienste auch auf dem europäischen Markt anbieten wird, ist derzeit noch nicht bekannt. (pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
161816