Docking-Station

Ubuntu für Android – Smartphone soll Desktop-PC ersetzen

Mittwoch, 22.02.2012 | 13:59 von Benjamin Schischka
Docking-Station verwandelt Android-Smartphone in Desktop-PC
Vergrößern Docking-Station verwandelt Android-Smartphone in Desktop-PC
© Ubuntu
Smartphone aus der Hosentasche ziehen, in die Docking-Station samt Monitor stecken – und fertig ist der Desktop-Ersatz. Zumindest wenn es nach Canonical geht.
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona nächste Woche will Ubuntu-Sponsor Canonical eine Docking-Station für Android-Smartphones zeigen. Das Besondere an der Docking-Station: Über sie soll Ihr Androide ein voll funktionstüchtiges Ubuntu auf einen angeschlossenen Monitor übertragen – zeitgleich und zusätzlich zu Android auf dem Smartphone. Wichtige Daten sollen Sie in Echtzeit zwischen Smartphone und Monitor hin- und herschicken können.

Es handele sich nicht um ein „Ubuntu-Phone“, erklärt Canonical-Gründer Mark Shuttleworth . Ein Dual-Boot-Gerät wird Ihr Smartphone mit der Software ebenfalls nicht – da ja beide Systeme zugleich lauffähig sein sollen. Shuttleworth bezeichnet das Projekt als Zusammenführung verschiedener Formfaktoren im persönlichsten Gerät – dem Smartphone. Wenn Sie einen Desktop-Rechner brauchen, sollen Sie einfach Ihr Android-Smartphone an eine Dockingstation anschließen. Lesezeichen, Dokumente und Mails sollen somit ohne Synchronisation immer dabei sein. Eingehende SMS können Sie schnell mit der Tastatur am Desktop beantworten – so die Vision.


Vision, weil die Docking-Station alleine wohl nicht genügen wird. Die Smartphone-Hersteller müssen ihre Geräte für das mobile Ubuntu-Android-Paket anpassen. Was darauf hindeutet: Auf der offiziellen Ubuntu-Seite ist zu lesen, dass Ubuntu die „Killer-App“ für High-End-Android-Smartphones Ende 2012 sein soll. Außerdem soll Ubuntu sehr einfach in die Produktions-Roadmap zu integrieren sein, richtet sich die Webseite direkt an die Hersteller. Die Smartphones müssten sich an Docking-Stationen anschließen lassen können und Support für HDMI und USB bieten. Das Smartphone müsse außerdem wenigstens über eine 1-GHz-Dual-Core-CPU, 2 GB freien Speicherplatz, 512 MB RAM und Android 2.3 (Gingerbread) verfügen.

Als vorinstallierte Anwendungen des Ubuntu-Desktops nennt die Webseite: Chromium Web Browser, Google Kalender, Google Texte & Tabellen, Thunderbird, Gwibber, VLC Player, PiTiVi, Ubuntu Music Player, Ubuntu Photo Gallery und Android dialer.

Mittwoch, 22.02.2012 | 13:59 von Benjamin Schischka
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (8)
  • GeroHB 11:19 | 24.02.2012

    aus meiner sicht eine totgeburt, da man alles was ubuntu bietet schon jetzt mit android oder widows phone oder ios bordmittel machen kann (rdp oder vpn). Für alle die Ubuntu privat nutzen mag das gut sein, aber wie viele mögen das sein? einer von 100? noch ein exote mehr, das muss nicht sein. Zumal diese DockingStation bestimmt teurer ist als ein normaler Desktop-PC

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  • tempranillo 16:32 | 23.02.2012

    Na ja, ob dieses Konzept den "Desktop-PC tötet", weiß ich nicht. Das übernehmen wohl eher andere Geräte, die gerade spieletauglich gemacht werden. Trotzdem finde ich die Idee sehr spannend, hier kann man sich das mal angucken: http://www.youtube.com/watch?v=3pZUCKt0RKc[/url Übrigens läuft da ein vollwertiges Ubuntu, also ein wenig mehr als ein Thin Client.

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  • Adriansito 22:45 | 22.02.2012

    Zitat: GeroHB
    für mich ist es keine gute idee, alle seine daten auf dem smartphone immer dabei zu haben. ist das handy weg ist alles weg. mir leider schon passiert. lieber seine daten zb bei dropbox halten oder für technikfreaks einen vpn-tunnel zum heimischen netzwerk legen und das android-handy einbinden.
    Ubuntu hat ja "Ubuntu One"... ein richtig gutes Cloud System, dass deine Files und Kontakte synchronisiert. ich nutze das und bin restlos begeistert davon. Also wenn dein Handy weg ist, kaufst du dir ein Neues und loggst dich ein und booom alles wieder da. Ubuntu One läuft auf Ubuntu, Android, iphone und Windows.

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  • GeroHB 20:51 | 22.02.2012

    keine gute idee

    für mich ist es keine gute idee, alle seine daten auf dem smartphone immer dabei zu haben. ist das handy weg ist alles weg. mir leider schon passiert. lieber seine daten zb bei dropbox halten oder für technikfreaks einen vpn-tunnel zum heimischen netzwerk legen und das android-handy einbinden.

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  • gruftchaos 19:46 | 22.02.2012

    Seit 20 Jahren wird das Ende des PC als Spieleplattform beschrieen, durch seine enizigartige Flexibiliät und Entwicklungsfähigkeit hat er bisher alle Angriffe der Konsolen auf Dauer überstanden. Wenn man dann seine Multimediafähigkeiten und reine Rechenleistung dazu nimmt, wird das Smartphone noch lange brauchen um dahin zu kommen. Der moderne PC wird meiner Meinung nach das Herzstück im Haushalt werden und wesentlich mehr Abläufe steuern wie heute. Eher denke ich das Smartphones die Netbooks verdrängen und den PC ergänzen werden als flexible Steuergeräte die man von überall einsetzen kann mit direkter verbindung zum PC.

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