109746

Doch Pillen per Internet

04.01.2001 | 17:18 Uhr |

Das Berliner Landgericht hat entschieden, dass apothekenpflichtige Medikamente auch über das Internet versandt werden können. Das juristische Tauziehen dürfte aber noch lange nicht beendet sein, denn das Landgericht Frankfurt/Main hatte in dem Angebot einer Internetapotheke eine Gefahr für die deutsche Volksgesundheit gesehen.

Musste die niederländische Internet-Apotheke DocMorris nach der Rechtssprechung des Landgerichts Frankfurt am Main noch eine Niederlage hinnehmen, so konnte sie jetzt einen Erfolg verbuchen: vor dem Berliner Landgericht.

In dem erst jetzt bekannt gewordenen Urteil entschied das Berliner Landgericht, dass aufgrund einer EU-Regelung apothekenpflichtige Medikamente, die in anderen EU-Ländern zugelassen worden seien, auch über das Internet versandt werden können. Bezug und Direktversand von Medikamenten ist damit möglich.

Das juristische Tauziehen dürfte aber noch lange nicht beendet sein, da einige Urteile noch ausstehen. Zudem steht noch der Weg in höhere Instanzen offen.

Auf der Website erklärt DocMorris zu der ungewissen Rechtslage: "Wir weisen darauf hin, dass nach vorläufiger Rechtsprechung des Landgerichts Frankfurt/Main das deutschsprachige Internetangebot von 0800DocMorris eine Gefahr für die deutsche Volksgesundheit darstellt. Das Landgericht Berlin hat zwar genau das Gegenteil entschieden, aber wir respektieren die vorläufige Entscheidung aus Frankfurt. Unser Angebot richtet sich deshalb an alle deutschsprachigen Europäer, aber nicht an deutsche Adressen." (PC-WELT, 04.01.2001, eb)

Internet-Apotheke: DocMorris

Ministerin für Medikamente im Netz (PC-Welt Online, 13.12.2000)

Paragraphen statt Tabletten (PC-Welt Online, 11.12.2000)

Verbot: Medizin aus dem Netz (PC-Welt Online, 09.11.2000)

Internet-Apotheke wehrt sich (PC-Welt Online, 09.11.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
109746