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DoS-Attacken statt Pflastersteine

20.06.2001 | 16:56 Uhr |

Aus Angst vor Straßenkrawallen verlegt die Weltbank eine geplante Konferenz in Barcelona kurzerhand ins Internet. Doch die Weltbanker haben die Rechnung ohne die Cracker gemacht. Diese drohen nun mit virtuellem Krawall.

Aus Angst vor Straßenkrawallen verlegt die Weltbank eine geplante Konferenz in Barcelona kurzerhand ins Internet. Doch die Weltbanker haben die Rechnung ohne die Cracker gemacht. Diese drohen nun mit virtuellem Krawall, wie die BBC berichtet.

Ursprünglich sollte nächste Woche in Barcelona die "World Banks Third Annual Conference on Development Economics" stattfinden. Ganz konventionell in vornehmen Baulichkeiten, die Teilnehmer mit Schlips und Kragen - und mit Tausenden von steinewerfenden Demonstranten vor dem Sitzungsgebäude. Um dieses mittlerweile bekannte Schreckensszenario zu vermeiden, beschloss die Weltbank, das Treffen stattdessen online per Videokonferenz und mit Mailtransfer durchzuführen.

Doch die Herren der Weltwirtschaft haben die Rechnung ohne die Internet-Freaks unter den Protestierenden gemacht. Durch die Möglichkeiten des Internets scheint es jetzt sogar möglich, dass online mehr Protest gegen das Weltbanktreffen gerichtet werden kann, als es in den Straßen von Barcelona jemals möglich gewesen wäre. Einige Stunden oder auch Tage online zu bleiben, um eine DoS-Attacke durchzuführen wäre nämlich in jedem Fall billiger als ein Flugticket.

In der Vergangenheit wurde die Weltbank schon öfter im Internet angegriffen, in der Regel durch regelrechte Fluten von Protestmails und durch massiv gehäufte, sinnlose Serveranfragen. Bereits im Mai 2000 tauchte ein Chatprogramm auf, mit dem die Weltbank mit Mailanfragen bombardiert wurde.

Gekaufte Crackerattacken gegen Cracker (PC-WELT Online, 19.06.2001)

Sicherheitsexperte: Windows XP gefährdet Stabilität des Internets (PC-WELT Online, 01.06.2001)

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