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DoS-Attacke auf Microsoft

26.01.2001 | 12:07 Uhr |

Am Mittwoch war es noch ein technische Defekt, der dazu führte, dass Microsofts Websites nicht zu erreichen waren. Doch am Donnerstag schlugen Hacker zu und legten den Webauftritt des Giganten erneut lahm.

Am Mittwoch war es noch ein technische Defekt, der dazu führte, dass Microsofts Websites nicht zu erreichen waren. Doch am Donnerstag schlugen Hacker zu und legten den Webauftritt des Giganten erneut lahm.

Wie das Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) in den USA bekannt gab, sei Microsoft Opfer einer so genannten "Denial-of-Service"-Attacke (siehe Glossar) geworden. Dabei werden die Computer des Opfers mit Datenmüll beschossen, bis sie unter der Flut der Anfragen zusammenbrechen.

Der Angriff gegen die Router hatte am Donnerstagmorgen begonnen. Daraufhin war der Zugang zu einigen Microsoftseiten wie www.microsoft.com und msn.com gestört. Es bedurfte einiger Anstrengung, um die Attacke abzuwehren und die Funktionsfähigkeit der Seiten wiederherzustellen, wie man aus Redmond hörte.

Microsoft teilte weiter mit, dass es das FBI eingeschaltet habe. Am Donnerstagabend (Ortszeit) ließen sich die meisten Seiten von Microsoft und seiner Ableger wie MSN.com, der Maildienst Hotmail.com und der Reisedienst Expedia.com wieder aufrufen. Microsoft erklärte dazu, dass die Techniker des Unternehmens den Angriff schnell bemerkt und darauf reagiert hätten.

Bereits am Mittwoch waren die Microsoft-Webseiten für fast 24 Stunden ausgefallen. Dafür hatte das Unternehmen von Bill Gates eine Fehlbedienung an einem für die Erreichbarkeit entscheidenden Computersystem verantwortlich gemacht. Ursache sei eine Störung der so genannten Domain Name Server (DNS).

Microsoft betont, dass der Ausfall vom Mittwoch nichts mit diesem vom Donnerstag zu tun habe. Doch in Expertenkreisen wird dies angezweifelt. "Es ist kaum glaubhaft, dass das eine Problem mit dem anderen nichts zu tun hat", wie sich Ric Steinberger, der technische Direktor der Sicherheitsfirma Securityportal ausdrückte. "Man könne zu Beginn (eines Ausfalls) nicht immer erkennen, ob es sich um einen DoS oder um eine Änderung an der Konfiguration handle. Ich denke, dass Microsoft dies alles als das Ergebnis einer DoS-Attacke bezeichnen wird, sobald sich der Staub gelegt hat". (PC-WELT, 26.01.2001, dpa/ hc)

Das Statement von Microsoft

Microsoft: Nichts ging mehr (PC-WELT Online, 25.01.2001)

Microsoft: Hacks ohne Ende (PC-WELT Online, 24.01.2001)

Gratis: Hackerbuch `Underground` (PC-WELT Online, 22.01.2001)

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