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Divx punktet im Codec-Rennen dank Pentax-Kameras

09.03.2006 | 13:28 Uhr |

Der Kamerahersteller Pentax präsentiert das Modell Optio A10 mit integriertem Divx-Chip. Damit produziert die Fotokamera auch Filme in vergleichsweise ordentlicher Bildqualität.

Die Optio A10 ist die zweite Digitalkamera von Pentax, die mit einem Divx-Chip ausgestattet wird. Damit speichert die Fotokamera Filme im hoch komprimierten Divx-Format. Laut Hersteller sind 30 Bilder pro Sekunde bei einer Auflösung von 640x480 Bildpunkten möglich. Bei bester Qualität sollen sich Filme mit bis zu 20 Minuten Laufzeit speichern lassen – eine 1 GB große SD-Speicherkarte vorausgesetzt. Fotos schießt die Optio A10 übrigens mit acht Megapixeln. Der UVP liegt bei 349 Euro. Weitere Infos zur Kamera gibt’s hier .

Vor einigen Monaten brachten Pentax und Divx bereits die Optio S6 mit integriertem Film-Chip auf den Markt. Fotos schießt sie mit sechs Megapixel. Für den Divx-Chip gelten die gleichen Angaben wie bei der A10. Der UVP der Optio S6 beträgt 349 Euro. Der Straßenpreis liegt aber mittlerweile wesentlich darunter. Weitere Infos zur Optio S6 finden Sie hier .

Die Zusammenarbeit von Divx mit einem Kamerahersteller nützt vor allem dem Codec-Spezialisten. Nachdem sich DVD-Brenner im letzten Jahr immer mehr auf dem Markt durchgesetzt haben, ist heute die Notwendigkeit fürs Komprimieren von Filmen geringer denn je. Denn Aufzeichnung von TV-Karten oder Filme von DVD lassen sich ohne großen Aufwand auf DVD-Rohlinge brennen. Das Runterrechnen auf CD-Größe muss kaum noch jemand vornehmen. Gleichzeitig ist der Markt für Filme im Miniformat, etwa für PDAs oder das Handy, noch extrem klein.

Aktuell buhlen vier starke Kompressionsformate um die Gunst des Anwenders: Divx, Nero, WMV von Microsoft, Xvid. Jedes hat seine strategischen und technischen Vor- und Nachteile. So ist Xvid Open Source und damit kostenlos. Der Codec bietet gute Bildqualität bei mittlerer Kompressionsgeschwindigkeit. Nero Recode dampft dagegen Filmen sehr schnell ein und ist durch das Brennprogramm Nero stark verbreitet. Allerdings unterstützen noch nicht viele Standalone-Player dieses Format. Um WMV von Microsoft würden sich vermutlich nur wenige Anwender kümmern, doch bietet WMV einen starken Kopierschutz, weshalb immer mehr Filme in diesem Format angeboten werden. Divx hat einen hohen Bekanntheitsgrad, da es der erste wirklich leistungsfähige MPEG-4-Codec war. Zudem unterstützen viele Standalone-Player das Format – zumindest bis zur Version 5. Doch nachdem das Komprimierungs-Tool kostenpflichtig wurde, sank die Beliebtheit von Divx. Mit den Kameras von Pentax sammelt Divx wieder Punkte im Codec-Rennen.

Die Konkurrenz der Anbieter ist auf der einen Seite gut für den Verbraucher. So werden schneller neue Codec-Versionen entwickelt. Auf der anderen Seite muss der Anwender bei der Anschaffung neuer Hardware genau abwägen, welche Formate diese unterstützen sollen. Wie sich der Markt bei Software und Hardware in diesem Bereich entwickeln wird, ist weiterhin völlig offen.

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