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Finanzkrise drückt Postbank in Verlustzone

27.10.2008 | 12:28 Uhr |

Die Deutsche Postbank ist in den Sog der Finanzkrise geraten und hat heute unerwartet negative Quartalszahlen vorgelegt.

Als Folge der internationalen Bankenkrise muss die Postbank im dritten Quartal Verluste in Höhe von 449 Mio. Euro vor Steuern hinnehmen. Allein auf Engagements bei der unter Gläubigerschutz stehenden US-Investmentbank Lehman Brothers entfällt davon der Bärenanteil von 364 Mio. Euro. Damit rutscht die Postbank auch im Gesamtergebnis der ersten neun Monate in die Verlustzone. Das Institut reagiert mit einer Kapitalerhöhung um bis zu eine Milliarde Euro auf das negative Ergebnis und streicht die diesjährige Dividende. Auf Nachfrage lehnt die Postbank eine Stellungnahme ab.

Neben der Postbank hinterlässt die Finanzkrise in der deutschen Bankenlandschaft immer deutlichere Spuren. So steht auch die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank im Schatten der Krise. Stellenabbau und Standortschließungen seien zu befürchten, da positive Ergebniseffekte aus der geplanten Übernahme angesichts der Bankenkrise zunichte gemacht werden könnten. "Nachdem keine Standortsicherung vereinbart wurde, befürchten wir, das ganze Standorte mit bis zu 150 Mitarbeitern geschlossen werden", zitiert Euro am Sonntag einen Belegschaftsvertreter. Anfang September hatte die Commerzbank die Übernahme der Dresdner Bank für 9,8 Mrd. Euro angekündigt.

Die Postbank, die in Deutschland die meisten Privatkunden vorweist, will ihr Geschäftsmodell künftig noch stärker auf Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden fokussieren, um sich auf das veränderte Marktumfeld einstellen zu können. Neben den Lehman-Engagements erweisen sich die Bereiche Aktien- und Investmentfonds sowie strukturierte Kreditprodukte aufgrund von Wertkorrekturen als verlustreich und belasten das Ergebnis mit insgesamt 112 Mio. Euro. Zudem wurden Wertminderungen im Derivategeschäft in Höhe von 201 Mio. Euro verbucht. Die Mehrheitsaktionärin der Bank, die Deutsche Post, wird sich bis zu 100 Prozent an der noch im vierten Quartal vorgesehenen Kapitalerhöhung beteiligen. Zu dem Zweck werden 54,8 Mio. neue Aktien ausgegeben. Das Minus der Postbank beläuft sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres auf 112 Mio. Euro. (pte/jp)

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