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DivX goes Open Source

17.01.2001 | 17:21 Uhr |

Was MP3 für die Musikindustrie, das ist Divx für die Filmbranche: Ein rotes Tuch. Mittels dieser Technologie lassen sich Spielfilme derart stark komprimieren, dass die Datenmenge einer DVD auf eine CD-Rom passt. Der Qualitätsverlust hält sich hierbei in Grenzen. Jetzt gehen die Entwickler einen Schritt weiter.

Was MP3 für die Musikindustrie, das ist Divx für die Filmbranche: Ein rotes Tuch. Mittels dieser Technologie lassen sich Spielfilme oder Videos derart stark komprimieren, dass sie relativ bequem über das Internet verschickt werden können.

Die Qualität der Filme soll jedoch noch mindestens VHS-Niveau erreichen. Die Entwickler von DivX arbeiten derzeit an einem Nachfolger, dem so genannten "DivX Deux". Diese soll noch leistungsfähiger als der Vorgänger sein.

Wer möchte, kann nun selbst aktiv an der Weiterentwicklung diese Software mitwirken. Die Entwickler haben das Projekt zum Open-Source-Projekt "OpenDivX" erklärt. All die Ergebnisse dieses Projekts, die Einfälle und Vorschläge der Netzgemeinde sollen in das fertige "DivX Deux" einfließen.

"Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir es gut finden, die Sache anderen Entwicklern zu öffnen", so Joe Bezdek, Direktor für Product Definition bei Project Mayo, der Firma die von den DivX-Entwicklern gegründet wurde. "Unser Ziel mit OpenDivX ist es, eine Allgegenwärtigkeit auf einer breiten Zahl von Plattformen und einer breiten Zahl von Geräten zu erreichen", so Bezdek weiter.

Ähnlich wie bei der Diskussion um MP3 wird auch hier die Filmindustrie versuchen, ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Durch die starke Komprimierung ist es beispielsweise möglich, einen Film von DVD auf eine herkömmliche CD-ROM zu brennen.

Ähnliche Urheberrechtsklagen wie bei MP3-Songs scheinen somit vorprogrammiert. Allerdings kann man mit DivX alleine den DVD-Kopierschutz noch nicht umgehen. Hierzu benötigt man weitere, illegale Software.

DivX basiert auf dem MPEG-4 Video Standard und hier liegt schon ein weiterer, rechtlicher Fallstrick parat. Da mittlerweile eine große Anzahl von Firmen, unter anderem auch Microsoft, eigene Versionen des MPEG-4 Standards entwickelt haben, können professionelle Nutzer leicht in Patentstreitigkeiten geraten.

"Der Video-Technologie-Markt ist übersäht mit Patenten, viele davon überlappen sich oder stehen in Konflikt zueinander", teilt Project Mayo auf seiner Homepage mit. (PC-WELT, 17.01.2001, mp)

www.projectmayo.com: OpenDivX

Kompakteres DivX fast fertig (PC-WELT Online, 04.12.2000)

Legales DivX entwickelt (PC-WELT Online, 02.10.2000)

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