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Dissidenten fordern Toleranz

11.08.2000 | 19:42 Uhr |

Eine Gruppe chinesischer Internet-Dissidenten hat die Pekinger Führung zu mehr Toleranz und Meinungsfreiheit aufgefordert. Ihre Website war vergangene Woche geschlossen worden. Eine Regierung müsse Kritik akzeptieren, forderte eine Erklärung der Organisation "Menschenrechte in China" am Freitag.

Eine Gruppe chinesischer Internet-Dissidenten hat die Pekinger Führung zu mehr Toleranz und Meinungsfreiheit aufgefordert. Ihre Website war vergangene Woche geschlossen worden. Eine Regierung müsse unterschiedliche Stimmen hinnehmen und Kritik akzeptieren, forderte eine Erklärung der Organisation "Menschenrechte in China" am Freitag.

Die chinesische Staatssicherheit hatte die Seite "Forum der neuen Zivilisation" wegen "konterrevolutionärer Inhalte" geschlossen und den Manager einer Internetfirma festgenommen, der den notwendigen Server zur Verfügung gestellt hatte.

Die Dissidenten forderten nun die Polizei zur Freilassung des Computer-Managers auf. Der Inhalt der Website sei ihm nicht bekannt gewesen. Das Forum war im April ins Netz gestellt worden. Es sei die erste offene Website einer demokratischen Bewegung aus China selbst gewesen. Unter den Gründern seien auch Mu Chuanheng und Xing Dakun gewesen, beide ehemalige Mitarbeiter demokratischer Untergrundmagazine.

Bereits im Juni hatte die Polizei in Sichuan den Betreiber einer Website festgenommen, die über das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens von 1989 informiert hatte und erst vor kurzem wurde in China eine spezielle Internet-Polizei ins Leben gerufen. (PC-WELT, 11.08.2000, dpa/ lmd)

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