29.11.2011, 10:19

Panagiotis Kolokythas

Disput

Facebook äußert sich zum Streit zwischen Merck und Merck

Facebook-Streit zwischen Merck und Merck

Facebook hat sich am Montag beim deutschen Pharmaunternehmen Merck KGaA entschuldigt, nachdem dieses die Kontrolle über facebook.com/merck verloren hatte.
Das deutsche Pharmaunternehmen Merck KGaA hatte in der letzten Woche den Verlust seiner Facebook-Seite an den gleichnamigen US-Konkurrenten Merck & Co. kritisiert. Facebook hat sich am Montag nun bei Merck KGaA dafür entschuldigt und als Grund einen "administrativen Fehler" genannt. Zugleich wurde der Zugriff auf Facebook.com/Merck gesperrt, der zuletzt auf die Facebook-Seite des US-Unternehmens Merck & Co. führte. Die Facebook-Seite des US-Unternehmens ist derzeit nur über einen anderen Link erreichbar.
"Der Transfer der Vanity-URL Facebook.com/merck von der Merck KGaA zu Merck & Co. geschah aufgrund eines administrativen Fehlers. Wir entschuldigen uns für jede Unannehmlichkeit, die verursacht wurde", heißt es in einem Statement von Facebook.
Hinter den Kulissen ist zu hören, dass Facebook die beiden Unternehmen dazu drängt, eine gemeinsame Lösung darüber zu finden, wem die letztendlich die so genannte Vanity-URL www.facebook.com/merck gehören soll. Ansonsten, so heißt es, könnte Facebook es beiden Unternehmen verbieten, diese Vanity-URL zu nutzen.
Gegenüber dem US-IT-Nachrichtendienst IDGNews äußerte ein namentlich nicht genannter Facebook-Mitarbeiter, dass Facebook.com/merck solange nicht erreichbar bleibe, bis sich die beiden Parteien über die künftige Verwendung der Vanity-URL geeinigt hätten. Facebook habe beide Unternehmen kontaktiert und die Situation erklärt. Es stünde beiden Unternehmen frei, künftig eine neue Facebook-Seite mit einer neuen Vanity-URL zu nutzen, die den Namen des jeweiligen Unternehmens reflektiere. Alternativ könnten die Unternehmen aber auch ihre bisherige Facebook-Seite ohne Vanity-URL weiternutzen.
Der historische Hintergrund: Die beiden Pharmaunternehmen aus Deutschland und den USA tragen zwar den gleichen Namen, haben aber ansonsten nichts mehr miteinander zu tun. Ursprünglich war Merck & Co. das US-Tochterunternehmen der deutschen Merck KGaA. 1917 wurden allerdings in den USA im Rahmen des Ersten Weltkriegs die deutschen Vermögenswerte konfisziert; seitdem agiert Merck & Co. unabhängig.
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