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Disney testet digitalen Film-Service

09.04.2003 | 11:42 Uhr |

Der Disney-Konzern geht neue Wege und will mit einem digitalen Film-Service neue Kunden und Geldquellen erschließen. Nebenbei soll so auch das Problem der Piraterie in Griff bekommen werden. Der "Movie Beam"-Service soll noch in diesem Jahr in den USA getestet werden.

Der Disney-Konzern geht neue Wege und will mit einem digitalen Film-Service neue Kunden und Geldquellen erschließen. Nebenbei soll so auch das Problem der Piraterie in Griff bekommen werden, berichtet die "Financial Times".

Der Video-on-Demand-Service trägt den Namen "Movie Beam" und nutzt die digitalen Sendefrequenzen des hauseigenen Senders ABC, um die Filme in die Wohnzimmer der Kundschaft zu transportieren. Pro Woche sollen bis zu 10 Filme ausgestrahlt werden, die auf einer speziellen Set-Top-Box mit einem Fassungsvermögen für 100 Filme gespeichert werden.

Damit wendet sich der Konzern vom Internet als möglichem Distributionsweg ab. Im Herbst soll das System unter anderem in Salt Lake City getestet werden.

"Wenn wir den Kunden unsere Produkte nicht in einer zeitgemäßen Art und Weise anbieten, werden es Piraten tun", zitiert das Blatt den Disney-Chef Michael Eisner. Das Problem Hollywoods sei Eisner zufolge folgendermaßen zu umschreiben: Die Filmindustrie gebe enorme Summen aus, um die Menschen dazu zu bewegen, ihre Filme zu sehen. Danach müsse die Industrie noch einmal enorme Summen ausgeben, um dieselben Menschen daran zu hindern beziehungsweise zu "kontrollieren und limitieren". Disney sieht diese Problematik offenbar hauptsächlich im Internet gegeben und setzt wieder auf die Set-Top-Box beziehungsweise digitales Fernsehen.

Filmförderungsanstalt: Erschreckendes Raubkopienverhalten in Deutschland (PC-WELT Online, 08.04.2003)

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