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Diskussionsrunde zu Gewalt in Computer- und Videospielen

25.11.2006 | 13:49 Uhr |

Unter dem Motto „Verbot oder Selbstregulierung“ hat Publisher Electronic Arts in Berlin eine politische Diskussionsrunde einberufen. Klaus Uwe Benneter (SPD), MdB, stellvertretend für die Bundestagsfraktion, sowie Thomas Jarzombek (CDU), MdL, aus Nordrhein-Westfalen, diskutierten mit Vertretern aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft über den verantwortungsvollen gesellschaftlichen Umgang mit interaktiver Unterhaltung.

In der Diskussionsrunde wurden vor allem der Amoklauf von Emsdetten und die Forderungen nach einem Einschreiten des Gesetzgebers thematisiert. In dem Punkt, dass ein Verbot Gewalt darstellender Computer- und Videospiele das Problem nicht löse, waren sich die Teilnehmer grundsätzlich einig. Hierfür sei ein breiter gesellschaftlicher Dialog nötig. Jörg Tauss, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion kündigte an, die Diskussion in der Politik aktiv anstoßen und fortführen zu wollen.

„Nach dem schrecklichen Ereignis vom Montag sollten wir nicht vorschnell handeln“, sagte Professor Dr. Winfred Kaminski, Leiter des Instituts für Medienforschung und Medienpolitik der Fachhochschule Köln , in seinem einführenden Vortrag. „Verbote sind nicht erfolgreich, da sie die Medienkompetenz der Spieler ‚abstrafen’. Denn Spiele sind grundsätzlich erst einmal ein Mittel zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.“

Die bestehende Gesetzeslage reiche nach Einschätzung der Diskussionsteilnehmer aus, um Kinder und Jugendliche vor Gewaltdarstellungen in Computer- und Videospielen zu schützen. Hierfür bedürfe es keiner zusätzlichen Regulierung. Der ehemalige SPD-Generalsekretär und Justiziar der SPD-Bundestagsfraktion Klaus Uwe Benneter beschrieb die Position seiner Fraktion: „Wir brauchen keine Schnellschüsse aus der Politik; gefordert ist jetzt ein Miteinander mit Eltern und Lehrern.“

Eine ähnliche Position vertrat Thomas Zeitner, Geschäftsführer von Electronic Arts Deutschland: „Mit der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle besitzt Deutschland eine europaweit einmalige Einrichtung, die hervorragende Arbeit bei der Alterseinstufung von Computer- und Videospielen leistet.“ Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Kommunikationswissenschaftler an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mahnte: „Statt die Spiele zu verdammen, sollten wir lieber einen kompetenten Umgang mit ihnen vermitteln, wenn möglich im Schulunterricht.“

Tanja Wittig von Spielraum, dem Institut zur Förderung von Medienkompetenz betonte, dass auch Eltern und Pädagogen besser über Computer- und Videospiele informiert werden müssten. „Die Kontrolle der USK ist sehr effektiv, aber sie greift natürlich nicht in den Haushalten – hinter den Kinderzimmertüren. Hier sind es die Eltern, die prüfen müssen, welche Spiele ihre Kinder spielen und ob diese für sie geeignet sind.“

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