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Direktbanken: Verstopfte Leitungen, besetzte Anschlüsse

Die Direktbanken in Deutschland sind dem Kundenansturm offenbar nicht gewachsen: Telefonanlagen laufen heiß, Internet-Zugänge streiken, und an allen Ecken fehlt Personal. Damit ist das Hauptargument der Direktbanken, besseren Service zu bieten, hinfällig.

Direktbanken werben nicht nur mit niedrigen Gebühren, sondern auch mit erstklassischem Service und der Verfügbarkeit rund um die Uhr. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Verstopfte Leitungen und besetzte Anschlüsse belegen, dass die Direktanlagebank, Consors und Co. dem unerwartet großen Ansturm der Anleger nicht mehr gewachsen sind. Immer mehr Beschwerden über Direktbanken gehen beim Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) in Frankfurt ein.

Der Grund für die technischen Probleme ist die derzeitige Börsenhysterie. Die Aktienkurse schießen unaufhörlich in die Höhe. Täglich werden Tausende Wertpapierdepots eröffnet.

Allein die Comdirect Bank zählt pro Monat 20.000 Neukunden. Für die neue

Aktie der Siemens-Tochter Infineon gingen in wenigen Tagen mehr als 70.000 Aufträge ein. Die Konsequenz: Es fehlt an Räumen, Personal, Computern und Telefonen.

Der Dumme ist in jedem Fall der Kunde. Denn das Risiko - etwa für entgangene Börsengewinne - trägt er allein. Die Direktbanken haften nicht, wenn sie Aufträge auf Grund fehlender Erreichbarkeit nicht ausführen können. (PC-WELT, 02.03.2000, dpa/ sp)

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