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DirectX 12: Nvida- und AMD-GPUs gleichzeitig nutzbar

27.10.2015 | 13:35 Uhr |

Mit DirectX 12 dürfen sich die GPUs unterschiedlicher Hersteller die Arbeit beim Berechnen der Grafik teilen. Ein erster Test.

Das mit Windows 10 ausgelieferte DirectX 12 bietet diverse Neuerungen und Verbesserungen, aber eine dieser Neuerungen ist besonders interessant. Microsoft hatte zur BUILD 2015 in Mai die Multi-Display-Adapter-Funktion (genauer heißt die Funktion: Multi-GPU Explicit Multi-Adapter) vorgestellt.

Das Prinzip: In einem Rechner dürfen sich die GPUs unterschiedlicher Hersteller die Arbeit bei der Berechnung der Grafik teilen. Anders als bisher bei SLI und Crossfire müssen also nicht mehr gleiche GPUs verwendet werden. DirectX 12 weist automatisch die Berechnung des nächsten Bildes immer abwechselnd den GPUs zu. Sie sind also immer nur für die Berechnung des nächsten Bildes verantwortlich. Das bietet Spieleentwicklern vollkommen neue Möglichkeiten, die Kraft von unterschiedlichen GPUs in einem System auszunutzen. Allerdings müssen die Spiele speziell für die Nutzung der Funktion programmiert werden.

Soweit die Theorie, aber wie wirkt sich die Nutzung der Multi-Display-Adapter-Funktion in der Praxis aus? Diese Frage versucht die Hardware-Site Anandtech.com in einem ersten Test zu beantworten. Dabei kommt das DirectX-12-Spiel Ashes of the Singularity des Entwicklers Oxide zum Einsatz, das sich noch in der Entwicklung befindet und noch nicht vollständig optimiert worden ist.

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Im Test wurde auf einem System die Grafikleistung des Spiels in Verbindung mit unterschiedlichen Grafikkarten-Kombinationen gemessen. Verwendet wurden dabei die Grafikkarten mit den GPUs Radeon R9 Fury X, Radeon R9 Fury, Nvidia GTX 980 Ti und Nvidia GTX Titan. Getestet wurde auf einem Rechner mit einer Intel Core i7-4960X (4,2 GHz) und 32 GB DDR3-Speicher.

Zunächst wurden die Leistungswerte ermittelt, die jeweils eine GPU in einem System erreicht. Anschließend wurden die Kombinationen getestet. Die Einzelkarten kamen in einem Test (2560 x 1440 Pixel, hohe Qualität, 2 x MSAA) auf einen Bild/Sekunde-Wert von zwischen 40,4 (R9 Fury X) bis 45,6 (GTX 980 Ti). Im Crossfire-Modus (R9 Fury X + R9 Fury) lag der Wert bei 69,4. Und im SLI-Modus (GTX 980 TI + GTX Titan X) bei 61,6. Der Wert beim Mix der beiden GPUs (R9 Fury X + GTX 980 Ti) lag bei 70,8.

Unterm Strich wurde folgender Leistungszuwachs in Vergleich zu den Einzel-GPU-Tests gemessen:

* R9 Fury X + GTX 980 Ti -> +65 Prozent
* R9 Fury X + R9 Fury -> +49,7 Prozent
* GTX 980 Ti + R9 Fury X -> +39,9 Prozent
* GTX 980 Ti + GTX Titan X -> +46 Prozent

Oder anders ausgedrückt: Die Leistung beim gemischten Einsatz einer Nvidia- und AMD-Grafikkarte lag über der Leistung zweier Grafikkarten der jeweils gleichen Hersteller. Als dem Test-System mit nur einer R9 Fury X eine weitere GTX 980 Ti hinzugefügt, stieg die Gesamtperformance um satte 75 Prozent.

Den kompletten Test finden Sie hier bei Anandtech.

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