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Das Ende einer Adware-Firma

26.10.2007 | 14:59 Uhr |

Ein Unternehmen, das mit Werbeeinblendungen auf infizierten Rechnern über Jahre Millionenumsätze gemacht und viele Internet-Nutzer genervt hat, ist endlich nur noch Geschichte.

Mit dem eher unspektakulären Ende von Direct Revenue (Best Offers) verschwindet ein Ärgernis vieler Internet-Nutzer von der Bildfläche. Eine von der US-Handelsaufsicht im Juni verhängte Geldstrafe über 1,5 Millionen US-Dollar mag den letzten Ausschlag dafür gegeben haben - eine offizielle Begründung gibt es nicht. Auf der Website des Adware-Unternehmens ist nur eine einzige Seite zurück geblieben, die von der Einstellung der Geschäftsaktivitäten kündet und eine Anleitung zur Entfernung der Best-Offers-Software enthält.

Adware wird oft im Paket mit kostenloser Software installiert, blendet zum Beispiel Werbung auf dem Rechner ein oder ersetzt Werbebanner auf besuchten Web-Seiten durch eigene. Adware sammelt auch Daten über das Nutzungsverhalten des Anwenders, vorgeblich nur zur besseren Versorgung mit vermeintlich passender Werbung. Mit Adware verseuchte Rechner werden oft mit der Zeit immer langsamer, bis sie kaum noch benutzbar sind. Ursache ist die zunehmende Zahl aktiver Adware-Programme, die Arbeitsspeicher und Prozessor so weit auslasten, dass kaum noch Ressourcen für legitime Anwendungen übrig bleiben.

Direct Revenue wurde im Jahr 2002 gegründet und hat seinen vier Eigentümern geschätzte 20 Millionen Euro Gewinn eingebracht. Ben Edelman, Assistenzprofessor an der renommierten Harvard Business School und Anti-Adware-Aktivist , meint dazu: "Wenn sie schlau sind, nehmen sie das Geld und verschwinden". Er ist sich indes nicht so sicher, ob das Adware-Geschäft nicht womöglich unter anderem Namen fortgesetzt wird.

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