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Digitalradio fast flächendeckend verfügbar

08.09.2014 | 14:00 Uhr |

"Die Kuh beginnt zu fliegen", so Dr. Willi Steul, Intendant vom Deutschlandradio, über die positive Entwicklung des Digitalradios (DAB/DAB+) in den vergangenen 12 Monaten. Wir sprachen mit Dr. Steul auf der IFA.

Das Digitalradio ist nun nahezu flächendeckend verfügbar und die Empfangslücken werden immer kleiner. Das ergab ein Test einer Fachzeitschrift, die dafür 9.300 Kilometer in ganz Deutschland zurücklegte.

Auch die Anzahl der Digitalradio-Hörer hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht: Von 3,40 Millionen auf 5,39 Millionen. Im gleichem Zeitraum stieg der Anteil an DAB/DAB+-Radiogeräten von 1,9 auf 3,3 Prozent. Das entspricht 4,95 Millionen DAB/DAB+-Radiogeräten, wovon 1.29 Millionen in Autos verbaut sind. Aber auch Navigationsgeräte wie das Garmin nüvi 2599 nutzen DAB+ - sie empfangen über DAB+ ihre Echtzeitverkehrsinformationen.

Test: Garmin nüvi 2599

Nach Ansicht von Dr. Steul wird sich das Digitalradio auch weiterhin prächtig entwickeln, zumal es gegenüber Internet-Radio deutliche Vorteile habe. So sei Digitalradio effizienter, weil es weniger Kosten verursache und dafür mehr Möglichkeiten biete. "Daher bezeichne ich DAB+ gerne auch als das 'grüne Radio', denn der Stromverbrauch ist deutlich niedriger bei gleichzeitig besserem Empfang", so Steul.

Hinzu komme, dass Digitalradio auch noch enormes Potential habe. Beispielsweise durch die Auslieferung zusätzlicher Verkehrsinformationen (wie es eben beim Garmin nüvi 2599 der Fall ist). Dabei könnten Autofahrer etwa vor Geisterfahrern gewarnt werden, wenn sie eine Induktionsschleife an einer Autobahneinfahrt durchfahren. Die Warnung würde dann sofort an alle Besitzer eines Digitalradios ausgeliefert werden, selbst wenn die Geräte nicht eingeschaltet wären. Die Kosten, so Steul, habe er berechnen lassen. Einige wenige tausend Euro würde die Anbringung der Induktionsschleifen pro Auffahrt kosten. Navigationsgeräte, die Verkehrsinfos über Digitalradio und damit deutlich günstiger als über das Handynetz empfangen, könnten darüber hinaus die Autofahrer künftig auch über die Anzahl freier Parkplätze in einem Parkhaus informieren. Oder ein Stauende mit einer Genauigkeit von 50 Metern angeben.

Auch im Katastrophenfall könnte Digitalradio eine wichtige Rolle übernehmen. Im Notfall werde das Handynetz oft abgeschaltet. Digitalradiogeräte können sich bei einer solchen Katastrophe automatisch einschalten und die Besitzer laufend mit wertvollen Infos über das stabile Digitalradiosignal versorgen.

Eine wichtige Rolle bei der Akzeptanz von Digitalradio spielen aber auch die Anbieter. "Digitalradio bietet eine höhere Programmvielfalt und Qualität", betont Dr. Willi Steul. Immer günstigere Geräte und eine größere Auswahl dürften dafür sorgen, dass immer mehr Menschen Digitalradio auch nutzen. Die Autohersteller sind dabei ebenfalls gefragt, denn oft bieten diese ihre Autos nur mit einem vergleichbar hohen Aufpreis mit Digitalradio an. Bei Fiat und Skoda beträgt der Anteil der mit Digitalradio ausgelieferten Autos bereits über 80 Prozent, weil hier eben kein Aufpreis verlangt wird.

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