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Digitalisierung stampft Arbeitsplätze ein

09.10.2013 | 20:52 Uhr |

Mit immer weiter voran schreitender Technologie besteht an einem immer weniger Bedarf: Menschlicher Arbeitskraft. Gartner wagt eine Prognose für die Zukunft.

Das Marktforschungsinstitut Gartner hat sich an eine erschreckende Zukunfts-Prognose gewagt: Mit wachsender Technologie wird es bereits in wenigen Jahren immer weniger Aufgaben geben, für die ein menschlicher Arbeiter überhaupt benötigt wird. Das werde laut Gartner 2014 zu massiven Protestbewegungen, wie einst bei Occupy Wall Street, führen.

Auch Tom Seitzberg, Direktor für IT-Operationen bei Genomic Health aus San Francisco, sieht in der gegenwärtigen Entwicklung eine Gefahr: "Letztendlich lebt jede Gesellschaft vom starken Rückgrat seiner Mittelschicht. Wenn man irgendwann nur noch ein Top-Level hat - eine kleine Menge an reichen Leuten und eine große Menge an sehr armen Menschen - führt das zu sozialem Ungleichgewicht." Laut Seitzberg seo es vor allem wichtig sicherzustellen, dass die Menschen in erster Linie von der technischen Entwicklung profitieren.

Das Gartner-Institut hat sich derweil an 9 Vorhersagen für die kommenden zehn Jahre gewagt:

1. Bis 2016 wird der 3D-Druck von Gewebe und Organen - das Bioprinting - eine globale Debatte über Regulierung oder Verbannung der Technologie ausgelöst haben. Bioprinting ist zwar nur eine Form des 3D-Drucks, doch sie zeigt auf dramatische Weise, welches Potenzial diese Technologie besitzt.

2. Bis 2018 wird der 3D-Druck zu einem Verlust von 100 Milliarden Dollar pro Jahr im Bereich des geistigen Eigentums geführt haben. Das wird vor allem kleinere Unternehmen hart treffen. "Es wird kinderleicht sein, ein ganzes Geschäftsmodell zu stehlen", prophezeit Plummer.

3. Bis 2017 werden mehr als die Hälfte aller Verbrauchsgüter-Hersteller rund 75 Prozent ihrer Innovationen und Forschungs- und Entwicklungskapazitäten aus Crowdsourcing erhalten.Firmen bitten bereits jetzt ihre Kunden um Feedback zu Produktdesign und Entwicklungsrichtung.

4. Bis 2017 werden 80 Prozent der Bevölkerung ihre privaten Daten freiwillig im Austausch für gewisse Vorteile und Benefits anbieten.

5. Bis 2020 werden Unternehmen und auch die Regierung rund 75 Prozent aller sensiblen Daten nicht mehr absichern können. "Genau genommen tun sie das bereits heute nicht mehr", weiß Plummer. "Es wird aber umso wichtiger werden zu entscheiden, welche Daten geschützt werden müssen und welche nicht."

6. Bis 2024 werden Maschinen eine größere Rolle beim Schutz der Menschheit spielen. In Autos wird die betreffende Technologie mit Bremssystemen bereits teilweise eingesetzt.

7. Bis 2020 werden Maschinen das Wissen von Menschen überholt haben. Bestes Beispiel ist Watson, der Supercomputer von IBM, der Jeopardy spielt. Laut Gartner wird Winston im Jahr 2015 für rund 1,5 Prozent der Einnahmen von IBM verantwortlich sein; im Jahr 2018 schon für 10 Prozent.

8. Bis 2017 werden 10 Prozent aller Computer lernfähig sein. Auch die Sprachsteuerung wird an Bedeutung gewinnen.

9. Bis 2020 werden Kundendaten, die über tragbare Technologien gesammelt werden, 5 Prozent der Verkäufe von den weltweit führenden 1.000 Firmen ausmachen.

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