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Digitales Funknetz der Polizei: Motorola, Vodafone und Marconi aus dem Rennen?

Wie die „Welt am Sonntag“ heute berichtet, hat die Ausschreibung für den Aufbau eines digitalen Funknetzes für Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz in Deutschland möglicherweise ein gerichtliches Nachspiel. Thomas Quinkert, Deutschland-Chef von Motorola teilte der Zeitung mit, daß eine Klage nicht auszuschließen sei.

Für den Aufbau eines digitalen Funknetzes ist mit dem deutsch-französischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS nun nur noch ein Bieter im Rennen. EADS habe nach Meinung des Bundesinnenministeriums das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Den drei weiteren Interessenten Motorola , Vodafone und Marconi wurde mitgeteilt, dass die vorgeschriebenen Kriterien von ihnen nicht erfüllt wurden, was wiederum für Unruhe sorgte.

Motorola fühlt sich ungerecht behandelt und fordert, das Verfahren neu aufzurollen. „Obwohl wir Weltmarktführer sind, wurden wir aus technischen Gründen von dem Verfahren ausgeschlossen", sagte Thomas Quinkert, Chef von Motorola Deutschland. „Dabei sind wir unseren Konkurrenten in einigen Bereichen bis zu drei Jahre voraus."

Auch für EADS hat das ein Nachspiel. Der Luft- und Raumfahrtkonzern muss nun einige Angaben, welche im Bewerbungsverfahren gemacht wurden, in Tests nachweisen. Nach Auskunft des Bundesministeriums laufen die Vorbereitungen dazu bereits. Bis Ende Juni soll der Auftrag dann endgültig vergeben werden. Motorola-Chef Quinkert dazu: „Wir achten jetzt darauf, dass niemand durch Teststellungen getragen wird". In seinen Äußerungen schwingt die Hoffnung auf eine erneute Ausschreibung mit, an der sich nach eigenen Aussagen auch Vodafone wieder beteiligen würde. Aus dem Ministerium hieß es dazu: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass EADS in den Tests scheitert".

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