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Digitaler Musikmarkt im Steigflug

13.10.2006 | 14:44 Uhr |

Der Markt für digitale Musik boomt ungebrochen weiter. Im ersten Halbjahr 2006 stieg der weltweite Umsatz mit dem Download von Musiktiteln im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 106 Prozent und erreichte knapp die Milliarden-Dollar-Marke.

Der Verband der Musikindustrie, die IFPI , hat Daten zu den Umsatzzahlen vorgelegt, die durch den Online-Vertrieb von Musiktiteln erreicht wurden. Demnach stieg der Umsatz in diesem Bereich im ersten Halbjahr 2006 auf 945 Millionen US-Dollar, was einem Plus von 106 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Anteil des digitalen Vertriebs von Musik beträgt somit weltweit 11 Prozent des Gesamtumsatzes in diesem Markt. Im Dezember 2005 lag der Anteil laut IFPI noch bei 5,5 Prozent. Wie schnell dieser Markt wächst, zeigt der Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2004. Damals wurde mit digitaler Musik ein Umsatz in Höhe von 134 Millionen US-Dollar erzielt.

Umsatzmäßig betrachtet führen die USA die "digitale Revolution", so die IFPI, an. 18 Prozent des Gesamtumsatzes werden dort bereits über den Verkauf über digitale Kanäle erwirtschaftet. 513 Millionen US-Dollar wurden in den USA im ersten Halbjahr über iTunes & Co. erwirtschaftet, ein Plus von 84 Prozent.

In Südkorea beträgt der Anteil der Umsätze mit digitaler Musik bereits 51 Prozent des Gesamtumsatzes, in Japan sind es laut Verband 11 Prozent, in Italien 9 Prozent und in England 8 Prozent.

Interessant ist auch der Vergleich zwischen mobilen Downloads (etwa auf Handys) und Online-Downloads (vom PC aus). So beträgt der Anteil der mobilen Downloads am Gesamtumsatz mit digitaler Musik in Japan 85 Prozent, in Spanien 78 Prozent und in Italien 76 Prozent, während Online-Downloads in England (70 Prozent), Deutschland (69 Prozent) und den USA (64 Prozent) beliebter sind. Hier ist allerdings zu beachten, dass die IFPI in den Bereich "mobile Downloads" neben Musiktiteln unter anderem auch Klingeltöne oder Musik-Videos für Handys einfließen lässt.

Dazu konträr entwickelt hat sich der Markt für physische Datenträger. Laut IFPI ging der Umsatz mit Musik-CDs, LPs, Kassetten, DVD Audio und anderen Medien im ersten Halbjahr 2006 weltweit um 10 Prozent zurück. Diesen Rückgang konnte das wachsende Geschäft im Online-Segment nicht auffangen, so dass laut Verband der Gesamtumsatz im Musikmarkt um 4 Prozent auf 8,4 Milliarden US-Dollar zurückging. Bei diesem Umsatz handelt es sich um den Handelsumsatz, den die Musikfirmen erzielt haben. Der Einzelhandelsumsatz lag laut Verband bei 13,7 Milliarden US-Dollar.

Gründe für den Rückgang seien laut Verband die Piraterie, aber auch die Konkurrenz der Musikindustrie mit anderen Unternehmen/Angeboten, um das begrenzte Budget ihrer Kunden.

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