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Digitale Unterschrift in Sicht

Durch eine Gesetzesänderung soll es künftig möglich sein, rechtsverbindlich im Netz zu unterschreiben. Möglich soll dies mit einer Chipkarte werden, auf der die persönlichen Daten des PC-Anwenders gespeichert sind.

Die persönliche Unterschrift im Internet rückt in greifbare Nähe. Durch eine Gesetzesänderung soll es künftig möglich sein, rechtsverbindlich im Netz zu unterschreiben. In fünf bis sechs Jahren wird jeder ein persönliches Siegel in Form einer Chipkarte haben, sagte Jürgen Schwemmer von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Damit könne dann jeder Anwender seinen Namenszug virtuell unter Schriftstücke setzen. Auf dem Chip sind Daten gespeichert, die unverwechselbar nur zu einer Person gehören und die nur einer autorisierten Zertifizierungsstelle bekannt sind. Auf diese Weise kann der Anwender Dokumente unterschreiben und automatisch verschlüsseln.

Mit der digitalen Unterschrift sollen sich Bedenken gegenüber dem Online-Handel - etwa bei der Bezahlung mit Kreditkarte - in Zukunft vermeiden lassen. Nach Einschätzung von Experten werden bereits in ein bis zwei Jahren alle PCs mit einem Chipkartenleser ausgestattet sein. Dann könnten nicht nur Geschäfte rechtsverbindlich im Internet abgeschlossen, sondern auch Steuererklärungen, Bauanträge oder andere amtliche Dokumente via Computer abgegeben werden. Gegen Diebstahl der Chipkarte ist jedoch auch künftig niemand gefeit, so Schwemmer. Da helfe nur sofortiges Sperren der Daten.

Zunächst muss jedoch das so genannte Signatur-Gesetz von 1997 geändert werden. Der jetzt beschlossene Referentenentwurf soll in Kürze in die parlamentarischen Beratungen gehen. Wenn er verabschiedet wird, könnte das Gesetz Anfang nächsten Jahres in Kraft treten. (PC-WELT, 29.05.2000, dpa/ sp)

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