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Digitale Signatur riskant?

17.02.2001 | 15:10 Uhr |

Das von der Bundesregierung am Donnerstag beschlossene Gesetz zur elektronischen Unterschrift öffne nach Ansicht des Hamburger Informatik-Professors Klaus Brunnstein kriminellem Missbrauch Tür und Tor.

Das von der Bundesregierung am Donnerstag beschlossene Gesetz zur elektronischen Unterschrift öffne nach Ansicht des Hamburger Informatik-Professors Klaus Brunnstein kriminellem Missbrauch Tür und Tor.

Das Gesetz weiche bisherige Regelungen zur Zertifizierung von Stellen auf, die elektronische Signaturen vergeben dürfen, so Brunnstein. Begünstigt würden "Scharlatane", die diese Prüfungen nicht bestanden oder mangels Aussicht gar nicht erst beantragt hätten.

Darüber hinaus fehlen dem Hamburger Sicherheitsexperten zufolge Anforderungen an die Systeme, auf denen diese Signaturen erstellt würden. "Viren und andere Formen bösartiger Software wie Trojanische Pferde (siehe Glossar) können die Verfahren der elektronischen Unterschrift leicht unterlaufen", bemängelte Brunnstein.

Behauptungen von IT-Unternehmen über die Sicherheit dieser Technik seien "Täuschungsmanöver", warnte der Professor. Probleme wie etwa das Verfahren zum Widerruf ungültiger Schlüssel seien nicht ausgereift. Brunnstein rät Verbrauchern daher von der Nutzung der elektronischen Signatur ab. Die Liberalisierung in der Informationswirtschaft führe zu einer Art "BSE-Effekt", bei dem Verbraucher nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt würden.

Die elektronische Unterschrift gilt künftig in vielen Fällen als gleichwertige Alternative zur handschriftlichen Unterzeichnung. Nach der neuen Regelung wird die handsignierte

Unterschrift in einer Zertifizierungsstelle hinterlegt, bevor der Unterzeichnende seine elektronische Signatur erhält.

Die Bundesnotarkammer in Köln empfiehlt Verbrauchern angesichts der entfallenen staatlichen Prüfung dieser Stellen nur solche Dienste in Anspruch zu nehmen, die sich freiwillig einer Kontrolle unterzogen haben. (PC-WELT, 17.02.2001, dpa/ mp)

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