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Digitale Rechteverwaltung am Ende?

Die New Yourk Times berichtet, dass die Musikkonzerne ihre Strategie, ausschließlich kopiergeschütze Musikstücke zu vertreiben, ändern will.

Die US-amerikanischen Tageszeitung New York Times will aus IT-Manager-Kreisen erfahren haben, dass der Online-Vertrieb von DRM-reglementierten Musikstücken zu wackeln beginnt. Zumindest eines der 4 Majoar Labels will seine Songs innerhalb den nächsten 5 Jahren im MP3-Format anbieten. Auslöser für den Sinneswandel der Musikindustrie sind die Vertriebsstatistiken: Obwohl die Verkaufszahlen der Download-Plattformen auch weiterhin rapide ansteigen, kompensieren sie nicht die Höhe des Absatzrückgangs von Musik-CDs. Da sich legal im Netz erworbene Musikstücke oft nur auf dem heimischen Rechner und einem mobilen Abspielgerät hören lassen, nutzt die Mehrzahl der Musikfreunde auch weiterhin noch Tauschbörsen als Bezugsquellen.

Dadurch öffnet sich jetzt Spielraum für neue Vertriebsmodelle: EMI arbeitet z.B. an einer werbefinanzierten Plattform mit kostenloser Downloadmöglichkeit - aktuell jedoch noch mit Digitaler Rechteverwaltung. Sony BMG und EMI hatten bereits 2006 erfolgreich MP3-Angebote ohne Kopierschutz verkauft.
Ein weiterer Grund für die geänderte Strategie dürfte der zunehmende Druck der EU-Wettbewerbsbehörden auf die Musikkonzerne sein, die Musik auf einer Vielzahl von Plattformen abspielbar zu machen, was mit DRM kaum zu schaffen sein wird.

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