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Digitale Musik: iTunes bald Schnee von gestern?

02.08.2007 | 11:26 Uhr |

Apple freut sich derzeit über drei Milliarden Songs, die über den iTunes Musicstore verkauft wurden. Doch zunehmend regt sich unter den Labels und diversen Bands Unmut über den Online-Musikmonoplisten aus Cupertino. Das Beispiel AC/DC zeigt, wohin die Reise gehen könnte - für Musikfans wäre dies aber nicht unbedingt positiv.

Der iTunes Musicstore hat den Verkauf digitaler Musik salonfähig gemacht, drei Milliarden abgesetzte Songs sprechen dabei eine deutliche Sprache . Doch die Musikindustrie reagiert zunehmend allergisch auf iTunes, größter Kritikpunkt ist dabei das unflexible Preismodell, bei dem jeder Title 99 Cent kostet. Viele Plattenlabels würden aber unterschiedliche Preispunkte bevorzugen. Aktuelle und stark nachgefragte Songs wären dann teurer, olle Kamellen günstiger.

Und auch bei immer mehr Bands regt sich Widerstand, prominentes Beispiel hierfür ist AC/DC. Die australischen Rocker haben einen Exklusiv-Vertrag mit Verizon geschlossen , Titel wie "Hells Bells" oder "Highway to Hell" sind somit nur über den Verizon Music Store erhältlich.

Der Deal zeigt aber auch, wohin die Reise beim Verkauf digitaler Musik gehen könnte. Denn bei Verizon können AC/DC-Fans bis auf eine Ausnahme ("You Shook Me All Night Long") lediglich komplette Alben der Band kaufen. Wer also "Shoot To Thrill" kaufen möchte, muss bei Verizon 11,99 Dollar für das Album "Back in Black" hinlegen. Zum Vergleich: die CD kostet bei Amazon USA 9,97 Dollar.

PC-WELT meint:

Zwar handelt es sich bei dieser Kooperation um einen Einzelfall, sollte er aber Schule machen, würde das Angebot bei digitaler Musik für Endkunden deutlich an Attraktivität verlieren. Denn gerade die Möglichkeit, auch einzelne Tracks erwerben zu können, ließ viele Anwender auf das Angebot von iTunes und anderen Anbietern zurückgreifen. Wenn diese Möglichkeit auf Grund von Gewinnmaximierungsmaßnahmen von Bands oder Labels künftig nicht mehr gegeben ist, dürfte dies für die Verkaufszahlen in diesem Markt nicht gerade positiv sein. Eine Vielzahl der Anwender dürfte sich dann wieder Tauschbörsen zuwenden, um dort die gewünschten Einzeltracks aufzuspüren. Dies kann aber nicht im Sinne der Musikindustrie sein.

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