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Digg.com: Betreiber kapitulieren vor den Nutzern

03.05.2007 | 10:30 Uhr |

Zwischen den Betreibern von Digg.com und deren Nutzern ist es zu einer harten Auseinandersetzung gekommen. Digg.com hatte eine Unterlassungserklärung erhalten, in der der Dienst aufgefordert wird, alle Nachrichten auf Digg.com zu löschen, in denen ein Schlüssel zum Knacken des AACS-Schutzes steht. Der Aufforderung wollte man seitens Digg.com nachkommen, was allerdings die Nutzer des Dienstes auf die Barrikaden rief.

Zwischen den Betreibern von Digg.com und deren Anwendern ist es zu einer Schlacht gekommen. Auf Digg.com können Anwender Links zu Nachrichten im Web setzen. Die Betreiber von Digg.com hatten zu Beginn der Woche eine Unterlassungserklärung erhalten, in der sie aufgefordert wurden, alle bei Digg.com eingestellten Nachrichten zu löschen, in denen ein Key steht, der zum Umgehen der AACS-Verschlüsselung (Advanced Access Content System) dient, die bei HD-DVDs und Blu-Rays zum Einsatz kommt.

Digg.com reagierte und löschte alle Nachrichten auf seiner Plattform, in denen der Schlüssel stand. Darum kümmerte sich Digg-Gründer Kevin Rose persönlich. Doch jedes Mal, wenn sie eine Nachricht löschten, tauchten gleich mehrere neue Nachrichten auf. Das Ganze zog sich über mehrere Stunden, bis Kevin Rose schließlich entnervt aufgab und erklärte, dass Digg.com nicht länger seine Anwender in dieser Angelegenheit bekämpfen wird.

Letztendlich setzt sich Digg.com damit aber auch der Gefahr aus, seine Pforten schließen zu müssen, denn die Unterlassungserklärung war klar und eindeutig formuliert. „Ihr würdet lieber Digg kämpfend untergehen sehen, als sich einem großen Unternehmen zu beugen“, schreibt Kevin Rose in einem Blog-Eintrag und kündigt an, dass er diese Message der User verstanden habe und fortan keine Nachrichten mehr gelöscht werden würden. Rose zeigt sich bereit, die Konsequenzen, die sich ergeben könnten, tragen zu wollen. Auch wenn dies denn Untergang von Digg.com bedeuten könnte. „Wenn wir verlieren, dann zum Teufel, zumindest haben wir es versucht“, so Rose.

Unklar bleibt, wer hinter der Unterlassungserklärung steht und was nun mit Digg.com passieren wird. Der beanstandete Schlüssel kursiert bereits seit Monaten im Internet. Wahrscheinlich steckt die AACS Licensing Administrator LLC (AACSLA) dahinter, die über die Verschlüsselungstechnolgie wacht und nun versucht, alle Seiten zu löschen, auf denen der Schlüssel steht. Allein dieses Vorhaben dürfte schwer zu verwirklichen sein, denn auf zu vielen Seiten wurde der Schlüssel bereits veröffentlicht.

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