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Dieses Programm gibt sich erfolgreich als Mensch aus

10.06.2014 | 14:34 Uhr |

Das Computer-Programm Eugene gibt sich geschickt als Mensch aus. Es ist das erste Mal in über 60 Jahren, dass ein Computer den Turing-Test besteht.

Ein Supercomputer hat zum ersten Mal den berühmten Turing-Test ausgetrickst, berichtet die University of Reading in Großbritannien. Der Mathematiker und Code-Knacker Alan Turing befasste sich schon in den den 1940er Jahren intensiv mit künstlicher Intelligenz und entwickelte einen Test, der herausfinden soll, ob ihn ein Mensch oder eine KI macht. Seine Forschungen und nicht zuletzt seine Abhandlung "Computing Machinery and Intelligence", in welcher er die Frage stellt "Can machines think?", lassen ihn als Urvater der künstlichen Intelligenz gelten.

Der Turing-Test besteht aus einer Reihe von textbasierten Konversationen. Der nun getestete Computer mit dem Namen Eugene Goostman überzeugte dabei über ein Drittel der Jury, dass er ein Mensch ist. Das Programm, das auf dem Supercomputer lief und die Jury austricksen konnte, wurde von Vladimir Veselov und Eugene Demchenko entwickelt. Es ist darauf ausgelegt, sich als 13jähriger Junge auszugeben. Denn ein 13jähriger Junge weiß zwar einige Dinge, aber eben nicht alles, begründet Veselov das Konzept, welches die Jury überzeugen helfen sollte. In Zukunft wolle man den virtuellen Jungen schlauer machen und vor allem die "Konversations-Logik" des Programms verbessern.

Auf dem gleichen Event, auf dem der Test durchgeführt wurde, versuchten sich auch vier weitere Computer am Austricksen der Jury. Diese vier erreichten aber nicht das gleiche gute Ergebnis wie Eugene.

Doch gibt es auch Kritik an der Taktik der Entwickler. Ein Kind habe Turing in seinem Test eigentlich nicht vorgesehen. Erschwerend komme hinzu, schreibt der Telegraph, dass es ein Kind mit einer anderen Muttersprache als Englisch gewesen sei, während der Test auf Englisch durchgeführt worden war.

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